Titel: Prüfung des Kalisalpeters auf einen Gehalt an Natronsalpeter; von Dr. Carl Nöllner in Harburg an der Elbe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 7 (S. 333–334)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi04_7

Prüfung des Kalisalpeters auf einen Gehalt an Natronsalpeter; von Dr. Carl Nöllner in Harburg an der Elbe.

Die Prüfung des Kalisalpeters auf einen Natronsalpeter-Gehalt ist um so mehr jetzt Bedürfniß geworden, da der meiste Kalisalpeter gegenwärtig aus Natronsalpeter dargestellt wird, wodurch in Fabriken nicht nur diese Frage im fertigen Präparat, wie namentlich in den dazu verwendeten Flüssigkeiten, entsteht, sondern wo auch bei genauester Analyse der Rohwaare, doch immer Ungleichheit in derselben unvermeidlich ist.

Indem ich in Betreff der bisher gebräuchlichen Methoden auf Knapp's neueste Technologie 1866, sowie das Handwörterbuch der Chemie etc. verweise, will ich nur der Methode erwähnen, deren ich mich seit Einführung der Umwandlung des Natronsalpeters in Kalisalpeter dabei bediente. Dieselbe ist darauf gegründet, daß der Kalisalpeter ein luftbeständiges leicht krystallisirbares, während der Natronsalpeter ein leicht zerfließliches Salz ist. Enthält daher ein fraglicher Kalisalpeter in Pulverform auch nur 1/4, ja nur 1/8 Proc. Natronsalpeter, so kann man, wenn derselbe angefeuchtet und mehrere Stunden stehen gelassen wird, sicher seyn, daß aller Natronsalpeter zerflossen ist.68)

Bringt man nun solchen feuchten Salpeter in einen Trichter oder in eine Glasröhre und wäscht vorsichtig aus, so hat man allen Natronsalpeter in der zuerst durchgehenden Flüssigkeit; dampft man diese wieder ein und benutzt wiederholt dieses Streben nach Krystallisation am Kalisalpeter und die Zerfließlichkeit am Natronsalpeter, so concentrirt |334| sich der ganze Natronsalpeter zuletzt in einem kleinsten Quantum Flüssigkeit, woraus mit Leichtigkeit durch Eindampfen auf einem Glastäfelchen die noch kleinere Menge Natronsalpeter, durch seine rhomboëdrische Form, namentlich durch sein verschiedenes optisches Verhalten unter dem Mikroskop mit Polarisationsapparat, von Kalisalpeter und Kochsalz sich unterscheiden läßt.

Die einzige nicht genug zu empfehlende Vorsicht zum sicheren Gelingen dieser Methode, namentlich wenn nur Spuren vorhanden sind, wäre nur die, sich vorerst über das Verhalten der beiden Salze zu unterrichten. Krystallisirt nämlich ein Kalisalpeter mit etwas Natronsalpeter haltenden Tropfen, so krystallisirt immer zuerst Kalisalpeter und erst etwas später der Natronsalpeter, die Bildung von Kalisalpeterkrystallen geschieht aber noch immer fort, wodurch die Flüssigkeit specifisch leichter und fähig wird, vorher ausgeschiedenen Natronsalpeter wieder aufzulösen, so daß dem Beobachter die ganze Erscheinung leicht entgehen kann, wenn er derselben nicht etwa 1/4 Stunde Zeit unausgesetzt schenken will.

In Fabriken genügt nach Obigem meist nur die qualitative Analyse; sollte dieselbe aber quantitativ verlangt werden, so ist diese auch leicht durch Bestimmung des Kalium- und Salpetersäuregehaltes der zuletzt erhaltenen Flüssigkeit zu erhalten. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1867, Nr. 20.)

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Die Zerfließlichkeit des Natronsalpeters in feuchter Kellerluft war wie folgt: 1 Grm. wog in 5 Stunden = 1,2 Grm., in 24 Stunden = 1,5 Grm., in 48 Stunden = 1,87 Grm., in 72 Stunden = 2,387 Grm. und war gänzlich zerflossen.

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