Titel: Anwendung des Paraffins zum Schmieren der Maschinen bei hoher Temperatur; von Monnet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 1 (S. 416–417)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi05_1

Anwendung des Paraffins zum Schmieren der Maschinen bei hoher Temperatur; von Monnet.

Es ist Bedürfnis geworden, als Schmiermaterial eine Substanz anwenden zu können, welche über 300 bis 400° Cels. unveränderlich und dabei so wohlfeil ist, daß sie sich im Großen benutzen läßt. Nun liefert die Classe der Paraffine eine mit dem Namen Melen (C⁶⁰ H⁶⁰) bezeichnete Substanz, welche in Wasser unlöslich, in den fetten Oelen löslich ist, sich ohne Zersetzung verflüchtigt und erst über 370° in's Sieden kommt, während sie bei gewöhnlicher Temperatur die Consistenz des Bienenwachses hat und auf kaltem Wasser schwimmt.86)

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Sie erweicht bei der Temperatur der Hand gegen 15 bis 20° C., daher die Maschinentheile, zwischen denen sich eine Melenschicht befindet, leicht gleiten können; in dem Maaße als der Wärmestoff zufließt, wird dann die Substanz weicher und endlich ganz flüssig.

Das Schmieren mit Paraffin oder Melen gewährt folgende Vortheile:

1) während des Ganges der Maschine ist die schmierende Substanz sehr flüssig, salbicht und fließt leicht zu. Die vom Dampf mitgerissenen Melentheilchen erstarren zu Klümpchen im oberen Theile des Condensators, wo man sie ohne Mühe sammelt;

2) nachdem die Maschine außer Gang gesetzt wurde, gesteht das Paraffin und bleibt viel schneller an seinem Platze als das gebräuchliche Schmieröl, welches bei gewöhnlicher Temperatur flüssig ist;

3) wenn man die Maschine wieder in Bewegung setzt, kommt das den zu schmierenden Theilen anhaftende Paraffin zum Schmelzen, sobald der Dampf seinen Wärmestoff der Metallmasse des Behälters (Cylinders) mittheilt, ehe er noch auf den Kolben wirkt. (Annales de la Société des sciences industrielles de Lyon, 1867; Les Mondes t. XV p. 435.)

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Das Melen ist ein von Brodie entdeckter Abkömmling des Bienenwachses. Bei der Destillation des Miricins gehen zuerst feste fette Säuren, zuletzt Kohlenwasserstoffe über. Die Destillationsproducte werden mit kochendem Wasser ausgezogen, mit Kali behandelt, und die sich nicht verseifenden Kohlenwasserstoffe von dem Kalisalz getrennt. Durch Auflösen der Kohlenwasserstoffe in Aether und wiederholtes Umkrystallisiren aus diesem Lösungsmittel wird zuletzt ein fester Kohlenwasserstoff, das Melen erhalten, welcher bei 56° C. schmilzt und aus gleichviel Aeq. Kohlenstoff und Wasserstoff zusammengesetzt ist.

A. d. Red.

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