Titel: Ueber die Gegenwart von löslichen Phosphaten in der Baumwollenfaser; von Crace Calvert.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 12 (S. 424)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi05_12

Ueber die Gegenwart von löslichen Phosphaten in der Baumwollenfaser; von Crace Calvert.

Der Verf. erhielt Baumwollengarn zugeschickt, um zu untersuchen, ob demselben irgend eine Verunreinigung künstlich zugesetzt worden sey, in der Absicht sein Gewicht zu vermehren. Ein Theil desselben wurde mehrere Stunden in destillirtes Wasser getaucht und die erhaltene Lösung sorgfältig analysirt. Da sich in der Flüssigkeit bedeutende Mengen von Magnesia fanden, so war die erste Vermuthung, daß die Faser mit Chlormagnesium getränkt worden sey, um mittelst dessen hygroskopischen Eigenschaften das Gewicht zu vermehren. Es ließ sich indessen weder Chlor, noch auch Schwefelsäure nachweisen. Dagegen fanden sich in der Flüssigkeit bedeutende Mengen von Phosphorsäure. Dieser Umstand veranlaßte den Verf. zu der Vermuthung, daß das Baumwollengarn nicht künstlich mit dem Magnesiasalze versehen worden sey, sondern daß die Magnesia und die Phosphorsäure natürlich in dem Baumwollengarne vorhanden wären. Um diese Vermuthung zu prüfen, verschaffte sich der Verfasser sieben Proben von sorgfältig gekrempelter Baumwolle, die aus verschiedenen Gegenden der Welt stammte, nämlich aus Aegypten, Neworleans, Bengal, Surat, Carthagena, Macao und Cyprus. 100 Grm. jeder Baumwollenprobe wurden mit Wasser gewaschen, bis alle Spuren mineralischer Substanzen entfernt waren. Diese Lösungen wurden dann zur Trockne verdampft und der Rückstand mit etwas kohlensaurem Natron und salpetersaurem Kali calcinirt. In dieser Masse wurde dann der Phosphorsäuregehalt als phosphorsaures Uranoxyd bestimmt. Folgendes waren die Resultate:

100 Grm. ägyptischer Baumwolle gaben 0,055 Phosphorsäure
Orleans- „ „ 0,049 „
Bengal- „ „ 0,055 „
Surat- „ „ 0,037 „
Carthagena- „ „ 0,035 „
Macao- „ „ 0,050 „
Cyprus- „ „ 0,050 „

Diese Resultate zeigen, daß Phosphorsäure ein constanter Bestandtheil der Baumwollenfaser ist. Von sieben Proben, die untersucht wurden, enthielten fünf dieselbe Menge Phosphorsäure, nämlich 0,05 Proc. Diese Phosphorsäure scheint in Verbindung mit Magnesia in der Faser zu bestehen. Es wurde eine Menge Cyprusbaumwolle mit Wasser ausgewaschen bis alle Salze ausgezogen waren. Die Lösung wurde abgedampft, der Rückstand in verdünnter Salpetersäure aufgelöst und Ammoniak zugesetzt. Der gebildete Niederschlag wurde in Essigsäure aufgelöst und der Kalk durch oxalsaures Ammoniak gefällt. Als zu dem Filtrate überschüssiges Ammoniak zugesetzt wurde, entstand ein reichlicher Niederschlag von phosphorsaurer Ammoniak-Magnesia, der als Pyrophosphat gewogen wurde. Auf Zusatz von phosphorsaurem Natron entstand ein Niederschlag, dessen Menge zu gering war, um ihn zu bestimmen. Verbrennt man die Baumwollenfaser, nachdem die löslichen Salze ausgezogen sind, so finden sich in den Aschen nur noch Spuren von Phosphorsäure. Der Verf. hat auch Weizen mit heißem destillirten Wasser ausgewaschen und in der concentrirten Lösung eine große Menge Phosphorsäure und Magnesia gefunden; ebenso gaben französische Bohnen in der Schote an Wasser große Mengen von Phosphorsäure und Magnesia ab. Endlich wurden die letzteren auch in Wasser aufgefunden, in welches Kerne von Nüssen und Wallnüssen 48 Stunden eingetaucht gewesen waren. (Journal of the Chemical Sociéty vol. V p. 303, Juni 1867; chemisches Centralblatt, October 1867, Nr. 52.)

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