Titel: Giffard's Riesen-Ballon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 6 (S. 419–420)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi05_6

Giffard's Riesen-Ballon.

Als einer der großartigsten Versuche mit Aerostaten wird der von dem berühmten Erfinder der Dampfstrahlpumpe auf der eigens zu diesem Zwecke gewonnenen Besitzung angestellte geschildert. Der Ballon ist bestimmt mit 20 bis 25 Personen eine Luftreise ausführen zu können, und wird gegenwärtig mittelst eines 300 Meter langen sehr dicken Kabels gehalten und theilweise dirigirt, wobei man eine Höhe von mehr als 230 Meter bei der ersten Fahrt schon erreicht hat. Der Ballon ist aus zwei verschiedenen leinenen Geweben, die durch verschiedene Lagen von amerikanischem schwarzen |420| Kautschukfirniß unter sich vereinigt und mit einer austrocknenden Oelschichte bedeckt werden, zusammengesetzt; seine Gestalt ist die rein sphärische von nicht weniger als 21 Meter Durchmesser, und er faßt daher in ganz angefülltem Zustande beinahe 4850 Kubikmeter Gas. Zum Füllen des Ballons wird Wasserstoffgas verwendet, das auf zweierlei Weise bereitet wird; bei der einen Art benutzt man das Eisen als wasserzersetzendes Metall in verdünnter Schwefelsäure, wobei 60 Tonnen zur Anwendung kommen, deren jede gegen 400 Kubikmeter Gas zu liefern gestattet. Bei der zweiten Methode wird Wasserdampf in einem eigenen Generator über glühende Steinkohlen geleitet, und das gewonnene Wasserstoffgas in geeigneter Weise vor dem Eintritt in den Ballon gereinigt. Durch eine Belastung von 6000 Kilogrammen, die auf 400 angehängte Säcke vertheilt ist, wird der Ballon am Boden erhalten. Einer der angestellten Versuche hat gezeigt, daß der Gasverlust des gefüllten Ballons nach fast 6 Tagen kaum 1/100 Gasmenge betrug, mit der er anfänglich versehen wurde. Beim Aufsteigen des Ballons wird das Kabel mittelst der Thätigkeit zweier Dampfmaschinen gehalten, so daß gewissermaßen auch eine Lenkung des Aerostaten unter diesen Umständen möglich wird. Die Hähne und Klappen zum Füllen des Ballons, sowie zum Entlassen von Gas sind an dem oberen Theile angebracht; ein Manometer gibt den Druck des Gases an. (Im Auszuge aus der Chemical News, September 1867, S. 154 und Les Mondes, October 1867, S. 179.)

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