Titel: Merrill's Vorrichtung zum Beschicken der Schleudermaschinen.
Autor: Merrill, H.
Fundstelle: 1868, Band 187, Nr. XXV. (S. 140–141)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/ar187025

XXV. Vorrichtung zum mechanischen Beschicken der Schleudermaschinen und zum Entleeren derselben während des Ganges; von H. Merrill in New-York.

Aus dem Mechanics' Magazine, December 1867, S. 395.

1) Die Vorrichtung zum mechanischen Beschicken der Schleudertrommel 43) soll das bis jetzt nicht mögliche gleichmäßige Ausbreiten der halbflüssigen Masse (krystallisirte oder Füllmasse der Zuckerfabriken u. dgl.) über die Oberfläche des Trommelsiebes bewirken, so daß sich eine überall gleich dicke Schichte, die auch überall gleichmäßig ausgewaschen („ausgedeckt“) werden kann, daran bildet.

Zu diesem Zweck wird ein passend geformter Trichter mittelst gerippter Platten, an denen er befestigt ist, so auf den festen Theil der Maschine aufgesetzt, daß er nahe an der Siebwand in die Trommel hineinhängt, deren Boden er fast berührt. Von dem Trichter aus erstreckt sich eine Streichklinge in der Richtung der Trommelbewegung gegen die Siebwand hin, deren Krümmung sie in ihrer Form entspricht. Die (seitliche) Oeffnung des unten geschlossenen Fülltrichters ist dem Siebe zugekehrt und eben so hoch wie dasselbe.

Ist die Masse im Trichter hinlänglich trocken, so wird sie durch die Bewegung des Siebes herausgeführt und durch die Streichklinge gleichmäßig darauf ausgebreitet. Bei besonders nasser oder unreiner Masse ist aber eine mechanische Vorrichtung zu ihrer Fortbewegung erforderlich; sie besteht in einer im Trichter angebrachten Schraube. Auch ist ein beweglicher, durch einen Hebel zu regierender Boden vorhanden, durch welchen, wenn sich die Masse an den unteren Theil des Siebes angelegt hat, das Uebrige nach dem oberen gehoben werden kann.

Der Fülltrichter wird nicht dauernd an jeder Schleudermaschine befestigt, sondern je nachdem eine Trommel beschickt werden soll, von einer |141| zur anderen gebracht und jedesmal aufgesetzt. Durch Regulirung seiner Form ist es leicht, die gewünschte Stärke der Füllung vorher zu bestimmen.

2) Zur Entleerung der Schleudertrommel während des Ganges, welche bisher zwar vielfach angestrebt aber noch nicht erreicht worden ist, dient folgende Vorrichtung: Ein passend geformtes (wegen des Kegels in der Mitte der Trommel, ringförmiges) Gefäß wird in die Trommel eingehängt und ruht mittelst an demselben angebrachter Vorsprünge auf dem festen Mantel; ein in der Mitte befestigter Ring dient zum Herausheben mittelst irgend einer mechanischen Vorkehrung. An einer Stelle der dem Siebe zugekehrten Wandung des Gefäßes ist diese offen und hier tritt ein Kratzer oder Sector, welcher in verticalen Führungen mittelst eines Hebels beweglich ist, gegen das Sieb vor, gegen das er eben durch diesen Hebel hingeführt wird. Es können solcher Kratzer auch mehrere vorhanden seyn, die aber dann so durch Hebel verbunden seyn müssen, daß ein einziger Griff zur Bedienung aller dient.

Diese Ausleervorrichtung wird, ohne die Bewegung der Trommel zu stören, in dieselbe eingesetzt und dann der Kratzer gegen die am Siebe befindliche Masse geführt; letztere wird dadurch in den Behälter geschafft und mit diesem herausgehoben.

Die Arbeitskante des Kratzers besteht aus Stahl oder sonst einem dauerhaften Material und soll nicht bis dicht an's Sieb angedrückt werden, sondern es werden die letzten Zuckermengen durch einen kleinen Kratzer aus Horn abgelöst, welcher ebenfalls durch Hebel auf und nieder und gegen das Sieb bewegt wird.

Wenn die Trommel von oberhalb betrieben wird, so muß das Gefäß entsprechend geändert und in einzelnen Theilen eingesetzt werden.

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Die Zeichnungen im Mechanics' Magazine sind so undeutlich, daß wir sie hier nicht wiedergeben konnten.

A. d. Red.

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