Titel: Siemens u. Halske's dynamo-elektrischer Apparat zum Minensprengen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187, Nr. CX. (S. 471–472)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/ar187110

CX. Dynamo-elektrischer Apparat zu Minensprengungen von Siemens und Halske in Berlin.

Aus demBerichte von H. Militzer in dem officiellen Ausstellungsberichte des k. k. österr. Central-Comité's.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.

Ein dem Apparate von Marcus 132) ähnlicher wurde, wie wir aus der vorliegenden Quelle ersehen, auch von Siemens und Halske construirt. Bei diesem magneto-elektrischen Apparate wurde das früher erwähnte Princip133) in Anwendung gebracht, so daß derselbe einen Inductionsapparat repräsentirt, bei welchem kein Stahlmagnet benutzt wird.

In Fig. 2124 ist der neue Minen-Zündapparat beiläufig in ein Fünftel der wirklichen Größe (jedoch ohne genaue Einhaltung der einzelnen Dimensionen) dargestellt. Der Inductor J ist ganz so construirt, wie bei den ersten magneto-elektrischen Apparaten von Siemens und Halske; die der Kurbel K beigebrachte Drehung wird mittelst des Rades a und des Triebes b dem Inductor J, der zwischen den erweiterten Polflächen des hufeisenförmigen Elektromagnetes E rotiren kann, mitgetheilt. Sobald die Drehung des Inductors J in der gehörigen Raschheit erfolgt, wird, wenn der Elektromagnet E, E vorher entweder mittelst eines Volta'schen Elementes einfach angeregt worden ist oder eine kleine Quantität remanenten Magnetismus besitzt u.s.w., eine Reihe alternirender und fast in stetiger Weise auftretender inducirter Ströme in dem Inductor zu Stande kommen, welche, wie wir aus Fig. 24 ersehen, unter gewöhnlichen Umständen – bei dem in Rede stehenden Apparate nämlich – keine Wirkung hervorzubringen haben. Jeder solche Strom macht nämlich von einer der Federn 1, 2 des Commutators des Inductors aus den Weg, wie er durch den Stromlauf I c, d, g II II 2 angedeutet ist; es muß nämlich jeder dieser Ströme, so lange das Rädchen r den Unterbrechungshebel g, g nach abwärts gegen die Contactschraube h drückt, von einer der Federn des Commutators aus, als dem einen Pole durch die Spirale des Elektromagnetes E, E |472| circuliren, um bei der anderen Feder als zweiten Pol der Kette, wieder zum Inductor zurückzukehren, ohne daß hierbei ein anderer Stromleiter eingeschaltet ist. Sobald aber das Rädchen r eine Drittelsumdrehung ausgeführt hat, wird die mit ihm verbundene Unterbrechungsscheibe u mit einer ihrer Kerben den Einfall des Zahnes i gestatten, und da der Arm d, g ohnehin durch eine Gegenfeder nach aufwärts gezogen wird, so wird jetzt die metallische Verbindung dieses Armes mit der Schraube h aufgehoben. Nach den in Fig. 24 gemachten Andeutungen kann jetzt der Strom von l über I nach c, hierauf nach III III und zu einem Drahtende des Zünders Q gelangen, um sodann die äußerst kleine Lücke in der Patrone unter Herstellung des Unterbrechungsfunkens zu passiren und vom anderen Drahtende des Zünders aus über IV IV zu dem Lager g zu gelangen, von wo aus derselbe in die Spirale des Elektromagnetes E übergehen und von dieser wieder, wie vorher, zum Inductor zurückkehren kann. Wird die Drehung des Inductors fortgesetzt, so kann bei jeder weiteren Drittelumdrehung der Scheibe u abermals ein Unterbrechungsfunke zu Stande kommen, der wieder für einen gleichen Zweck verwendet werden kann. Da die Drehung des Inductors in sehr rascher Weise erfolgt, so kann bei der eben gedachten Anordnung des Zündapparates das gleichzeitige Zünden mehrerer Minenöfen durch die in rascher Aufeinanderfolge eintretenden Zündungen hinter einander ersetzt werden. Der eigentliche Grund für die eben beschriebene Anordnung, vermöge welcher immer erst nach der Entwickelung einer Reihe von inducirten Strömen der Unterbrechungsfunke eines folgenden zur Benutzung kommt, mag wohl darin liegen, daß bei andauernder Thätigkeit des Apparates die Ströme bis zu einem gewissen Maximum zunehmen, in diesem Zustande werden dann die Wirkungen der Ströme zur Benutzung gebracht. „Die anfängliche Bewegung des Inductors – bemerkt unsere Quelle – erfolgt sehr leicht; schon nach einigen Drehungen aber empfindet die Hand einen stetig zunehmenden Widerstand im Apparate als Folge der nun auftretenden magneto-elektrischen Anziehungen, welcher zwar der Schnelligkeit der Bewegung eine Grenze setzt, andererseits jedoch den Beweis für die erlangte Wirkung liefert.“

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Polytechn. Journal Bd. CLXXXVI S. 332; November 1867.

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Polytechn. Journal Bd. CLXXXIV S. 15; April 1867.

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