Titel: Zur Verwendung des Wasserglases bei Bauten; von Bühler.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 4 (S. 84–85)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi01_4

Zur Verwendung des Wasserglases bei Bauten; von Bühler.

Die Anwendung von Wasserglas zum Schutze von Stein und Mauerwerk gegen die Einflüsse der Witterung ist nicht neu, und wurde dasselbe auch namentlich in neuer Zeit häufig in Anwendung gebracht. Der ausgebreiteteren Verwendung steht jedoch bis jetzt noch der verhältnißmäßig hohe Preis dieses Materials entgegen. In |85| einem gegebenen Falle habe ich ein ganz vorzügliches Resultat durch die Anwendung von Wasserglas zum Imprägniren von frischem Mauerwerk erzielt. An einem Hause, das, nebenbei gesagt, ganz frei auf dem Felde steht, und jeder Witterung preisgegeben ist (Station Prerau), sielen am ebenerdigen Stock jedes Frühjahr die Sohlbänke an den Fenstern ab, weil sie aus Putzmörtel hergestellt, vom Schwitzwasser des Fensters durchdrungen und durch das Gefrieren und Wiederaufthauen desselben zerrissen wurden.

Ich ließ nun die Sohlbänke am kommenden Herbste bei guter Witterung wieder aus Kalk gut herstellen, tränkte die Hälfte davon, 4 Stück Sohlbänke, mit Natronwasserglas bis zur Sättigung und wartete die Wirkungen des Winters ab. Beim Eintritte des Frühjahres zeigten die nicht mit Wasserglas behandelten Sohlbänke dieselben Erscheinungen wie früher; jene aber, welche mit Wasserglas getränkt waren, hatten vollkommen gut gehalten und zeigten selbst an den scharfen Kanten nicht die geringste Einwirkung der Witterung. Auf diese Erfahrung gestützt, wurde auch die zweite Hälfte der Sohlbänke der Imprägnirung mit Wasserglas unterzogen, und seit dieser Zeit, es mögen neun Jahre verflossen seyn, kommt das Abfallen des Putzmörtels nicht mehr vor. (Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins, 1867 S. 104.)

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