Titel: Neues Walzwerk für Metalle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 4 (S. 179)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi02_4

Neues Walzwerk für Metalle.

Das Hrn. Lauth in Birmingham patentirte neue Walzwerk, welches manche Vorzüge vor dem bisher zum Auswalzen von Metallen üblichen System zu besitzen scheint, ist von der Darlaston Stahl- und Eisenhüttengesellschaft (in Südstaffordshire) vor Kurzem in die Praxis eingeführt worden. Zwischen den beiden allgemein angewendeten gewöhnlichen Walzen liegen andere schwächere Walzen und die heiße Metallplatte passirt zwischen den Walzen hindurch und auch wieder zurück, ohne daß sie übergehoben zu worden braucht, wodurch dem Arbeiter große Anstrengung erspart und gleichzeitig die Arbeit gefördert wird. Die Wirkung der neuen Maschinerie ist eine so rasche, daß zwei tüchtige Walzer an einem Tage dreimal so viel fertig machen können, als bisher möglich war. Ein fernerer bedeutenderer Vortheil liegt darin, daß bei der Arbeit weit weniger Reibung entsteht, als bei der Zweiwalzenmaschine, indem die Walzen des neuen Walzwerkes als „Selbstpolirer“ wirken, so daß die Nothwendigkeit wegfällt, die Walzen allwöchentlich abdrehen zu müssen.

In der Patentbeschreibung wird hervorgehoben, daß die ausgewalzten Platten oder Flachstäbe eine auffallend gleichförmige Oberfläche zeigen, was mittelst der gewöhnlichen Walzwerke nicht zu erreichen ist. So lange die Walzen in Thätigkeit sind, fließt aus einem vielfach durchlöcherten Rohre Wasser über die Walzen in ihrer ganzen Länge, wodurch dieselben immer kalt erhalten werden.

Die Darlaston-Stahl- und Eisenhüttengesellschaft ist mit den Leistungen dieses Walzwerkes so zufrieden, daß sie bei dem Patentträger noch zwei andere Garnituren zum Walzen von Reifeisen bestellt hat. Die jetzt auf den Werken im Betriebe stehende Maschine ist eine vierzehnzöllige und liefert Flachstäbe oder Platten von 38 Zoll Breite und etwa 9 Fuß Länge. Das System, für England neu, ist dagegen in den Vereinigten Staaten schon mehrfach ausgeführt worden.

Während des Aufenthaltes des Patentträgers in England haben die HHrn. Vernon das Recht zum Walzen von Kupfer und Messing nach diesem Systeme für mehrere tausend Pfund erstanden, und die HHrn. Singerkwimick von den Sheffield Stahlwerken in Pittsburgh erstanden das Recht zur Anwendung des neuen Walzwerkes zum Bearbeiten von Stahl gleichfalls zu einem hohen Preise. Die HHrn. Glydon und Shorthouse von Spring-Hill, Birmingham, wenden die Erfindung für Kupfer und Messing an, und Hr. Hatton benutzt sie zum Kaltwalzen von Zinnblech. (Civil Engineer and Architect's Journal, September 1867, S. 272.)

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