Titel: Flack's Verfahren zur Entsilberung des Werkbleies durch Zink.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 6 (S. 179–180)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi02_6
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Flack's Verfahren zur Entsilberung des Werkbleies durch Zink.

Das im polytechn. Journal Bd. CLXXXVI S. 474 (zweites Decemberheft 1867) mitgetheilte, in England für W. G. Blagden patentirte Verfahren zur Entsilberung des Werkbleies durch Zink mit Hülfe der Elektricität, ist nach der „berg- und hüttenmännischen Zeitung“ die Erfindung von Francisco Marquez Millan.

In derselben Zeitschrift wird ein zweites Verfahren zur Entsilberung des Werkbleies durch Zink, erfunden von Clemens F. Flack, mitgetheilt, welches in anderer Weise verläuft und das Verdienst hat, keinen weiteren Apparat, als einen kleinen Schachtofen außer dem Bleischmelzkessel zu bedürfen. Die wesentlichsten Bedingungen der Entsilberung durch die geringste Menge Zink liegen auch hierbei in der genauesten Innehaltung der Temperatur des geschmolzenen Bleies concentrirt; außerdem muß auch hier das Zink nur in einzelnen Portionen zwei-, auch dreimal zugesetzt werden. Das Blei wird in einem Kessel geschmolzen, der an dem Boden ein Ablaßrohr mit Hahn besitzt und auf 6–700° C. geheizt ist. Das Zink, 3/4 bis 1 Procent der Charge, wird zugesetzt und das Ganze umgerührt; nach 3 Stunden wird abgekühlt und das auf der Oberfläche des Metallbades gesammelte silber- und bleihaltige Zink sorgfältig abgezogen. Diese Operation wird 2–3mal wiederholt, stets mit geringen Mengen Zink. Der Zinkaufwand beläuft sich für alle 3 Operationen bei einem Silbergehalte

von 1000 Grammen per Tonne Blei auf 1 1/12 Proc. Zink
„ 1500 „ „ „ „ „ 1 1/4 „ „
„ 3000 „ „ „ „ „ 1 1/2 „ „
„ 5000 „ „ „ „ „ 1 7/8 „ „
„ 9000 „ „ „ „ „ 2 „ „

Das zurückgebliebene Blei hat dann immer circa 5 Grm. Silber in der Tonne Blei; bei sorgfältigem Abzug des silberhaltigen Zinks bleibt noch weniger. Das letztere wird durch Aussaigern in einem Gefäß auf 3–8 Proc. Silbergehalt gebracht. Das entsilberte Blei wird in einem Schachtofen mit einer kieselreichen Schlack von 33 Proc. Säuregehalt niedergeschmolzen. Als Zuschlag kann man verschiedene Materialien gebrauchen: Eisenschlacken, künstliche oder natürliche Mergel, Kalkstein oder Thoneisenstein u. dgl. Dieselben müssen allerdings durch Sand- oder Kalkzusätze auf den richtigen Säuregrad gebracht werden, der nothwendig ist, um das Zink in die Schlacke zu führen. Um möglichst wenig Bleiverlust zu haben, ist es wesentlich, die Pressung der Luft 6,4 Zoll Wassersäule nicht übersteigen zu lassen. Das niedergeschmolzene Blei wird noch in einem besonderen Kessel mittelst Rührens mit grünem Holz gereinigt, worauf sich die leisesten Spuren von Zink und Eisen entfernen. Das so erhaltene Blei ist frei von fremden Metallen, z.B. Kupfer, Eisen, Zink, Antimon oder Wismuth. Nur bei höherem Antimongehalt des Werkbleies bleibt noch eine geringe Spur von Antimon im entsilberten Blei zurück. In diesem Falle muß das bereits gereinigte Blei in einem Calcinirofen zur Rothgluth erhitzt, oder mit einem Zusatz gewöhnlichen Kochsalzes geschmolzen werden. Ist der Antimongehalt sehr bedeutend, so schmelzt man das von der Entsilberung kommende Blei sofort im Calcinirofen und entfernt gleichzeitig das Zink vermittelst Rühren mit grünem Holz – auch Dampfstrahlen lassen sich hierbei anstatt des Holzes anwenden – oder mit Chlorblei. Das silberreiche Zink soll ebenfalls in einem kleinen Schachtofen niedergeschmolzen werden, unter Bildung einer Schlacke von 30 Proc. Kieselerde. Beim Niederschmelzen soll kein Silberverlust statthaben und man kann die Windpressung hierbei auf 18 Centim. Wassersäule steigern. Das erhaltene zinkfreie Reichblei kann zum Treiben kommen und das Zinkoxyd in einem Wassercondensator aufgefangen werden. Diese Schachtofenarbeit ist der Trennung mittelst Säuren oder durch trockene Destillation vorzuziehen.

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