Titel: Ueber die Anwendung des Zinkoxychlorids als Kitt für Laboratorien; von Dr. Bernhard Tollens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 7 (S. 180–181)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi02_7

Ueber die Anwendung des Zinkoxychlorids als Kitt für Laboratorien; von Dr. Bernhard Tollens.

Bekanntlich hat Sorel die aus Zinkoxyd und Chlorzink entstehende feste Masse empfohlen, jedoch mehr zum Abformen kleiner Gegenstände als zum Zweck der Verdichtung. Auch als Zahnkitt ist sie bekanntlich gebraucht worden.

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Dieser Kitt ist ein sehr empfehlenswerthes Mittel für Laboratorien, er bewirkt einen augenblicklichen vollständig gasdichten Verschluß bei sehr großer Dauer, eine Waschflasche für Chlor ist z.B. ohne jegliche Reparatur ein Vierteljahr in Gebrauch gewesen. Um dieß zu erreichen, muß man seine Bereitung und Auftragung jedoch mit einiger Sorgfalt vornehmen.

Käufliches Zinkweiß wird mit seinem halben Volumen oder dem gleichen Gewicht feinen Sandes vermischt, in einem Mörser mit gewöhnlicher Chlorzinklauge von 1,26 spec. Gewicht zu einem gleichmäßigen Brei angerieben und möglichst rasch aufgetragen; man wird das Gewicht des Zinkoxydes an flüssiger Lauge oder wenig mehr gebrauchen. Nimmt man die Lauge von der angegebenen Stärke, so hat man bei genügender Härte die Zeit, ihn auf die Gefäße zu bringen; bei größerer Concentration geht die Erhärtung zu rasch, bei geringerer nicht genügend vor sich.

Man drückt den Kork etwas in den Hals der Apparate ein, so daß ein 2 bis 3 Linien hoher Hohlraum um die Glasröhren entsteht, den man nach Befeuchtung mit der Chlorzinklauge genau mit Kitt ausfüllt, und diesen etwas um die Röhren erhöht. In Folge der raschen Erhärtung des Zinkoxychlorids kann man die Apparate wenige Minuten darauf gebrauchen. Man hat bei der Entwickelung von Chlor fast gar nicht mehr von diesem Gase zu leiden, so daß z.B. ein Wechsel der Arbeiter, wie er früher erforderlich war, nicht mehr nöthig ist. Auch zu vielen anderen Arbeiten, so zum Einkitten von Glasröhren in Hülsen, zum Verschluß von Nissen an Blechapparaten u.s.w. läßt sich diese Masse verwenden. Der Kostenpunkt der Masse stellt sich günstig, mit 1 1/2 Loth Zinkweiß und ebenso viel Sand und Lauge kann man eine ziemlich große Waschflasche verdichten. (Zeitschrift für Chemie, Jahrgang X, S. 594.)

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