Titel: Verfahren zum Braunfärben von Holz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 9 (S. 182)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi02_9

Verfahren zum Braunfärben von Holz.

Das noch vielfach angewendete Verfahren, Holzgegenstände, um sie braun zu färben, mit Umbra (Casseler Erde, Cölnischer Erde) in Lauge oder Soda zu behandeln, entspricht nicht den Bedingungen einer dauerhaften Färberei, weil der Farbstoff nur oberflächlich haftet und erst durch einen weiteren Ueberzug, wozu man gewöhnlich eine Lösung von Wachs in Terpenthinöl oder Benzin, oder eine Emulsion von Wachs in Soda benutzt, einigermaßen haltbar gemacht werden muß. Sieht man sich nach zweckmäßigeren Methoden des Braunfärbens um, welche theils in der Zeugfärberei, theils anderwärts angewendet werden, so findet man verschiedene Wege angezeigt. Hierhin gehören z.B. a. directes Färben 1) mit einer Abkochung von Nußschalen für sich oder unter weiteren Zusätzen, 2) mit einer concentrirten Auflösung von übermangansaurem Kali, 3) mit saurem chromsaurem Kali zur Erhöhung der Farbe des Nußbaumholzes, – b. indirectes Färben 1) mit einer Lösung von Manganoxydulsalz und nachfolgende Behandlung mit Lauge, 2) mit Kupfervitriollösung und sodann gelbem Blutlaugensalz u.s.w.

Vor Allem ist aber, wie Dr. Stölzel im Nürnberger Gewerbeverein mittheilte, folgendes Verfahren zu empfehlen: Das Holz wird zunächst in eine Catechulösung eingetaucht, welche in der Art bereitet wurde, daß man 1 Th. Catechu mit etwa 20 bis 30 Gewichtstheilen Wasser, unter Zusatz von etwas Soda, aufkochte. Hierauf läßt man dasselbe an der Luft trocknen, damit die Flüssigkeit in die Holzfasern eindringen kann, und taucht endlich den Gegenstand in eine verdünnte Lösung von saurem chromsaurem Kali (auf 1 Th. des Salzes etwa 30 Th. Wasser oder nach Umständen mehr). Nach kurzer Zeit tritt die gewünschte Farbe hervor und zwar, je nach der Concentration der angewandten Flüssigkeiten, in hellerer oder dunklerer Nüance. Selbstverständlich kann der braune Farbenton in verschiedener Weise modificirt werden, wenn man denselben durch anderweitig daneben angewandte Farben etwa in das Gelbe, Rothe u.s.w. hinüberzieht.

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