Titel: Das specifische Gewicht der Runkelrüben und ihr Zuckergehalt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 14 (S. 271–272)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi03_14
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Das specifische Gewicht der Runkelrüben und ihr Zuckergehalt.

Ferd. Knauer in Gröbers hat eine Maschine construirt und patentirt erhalten, welche auf eine äußerst sinnreiche Weise die specifisch leichteren Rüben von den specifisch schwereren trennt. Knauer hat die Maschine construirt in der Voraussetzung, daß die specifisch schwereren Rüben stets den relativ höchsten Zuckergehalt haben, eine Annahme, die ziemlich allgemein verbreitet ist und in der That viel Bestechendes hat.

Auf Anordnung des Directoriums des Vereines für Rübenzucker-Industrie im Zollverein hat Dr. C. Scheibler diese Annahme im chemischen Laboratorium des Vereines einer experimentellen Prüfung unterzogen und über die Resultate in der Zeitschrift des Vereines, Jahrgang XVII, S. 625 sehr eingehend berichtet. Wir entnehmen der Arbeit nur die Schlußfolgerungen:

1) Das spec. Gewicht des Rübenkörpers ist ausnahmlos kleiner, als das specifische Gewicht des in demselben befindlichen Safins.

2) Das spec. Gewicht der Rüben schwankt für die größere Mehrzahl derselben (etwa 85 Proc.) innerhalb der Grenzen 1,0300 und 1,0600; es kann in einzelnen Fällen sinken bis auf 1,0100 und steigen bis gegen 1,0700.

3) Schwere Rüben (von 1 bis 2 Pfd. Gewicht) zeigen im Allgemeinen ein niedrigeres spec. Gewicht und einen kleineren Werthquotienten ihres Saftes, als leichte Rüben (von 1/2 Pfd. und darunter).

4) Specifisch schwere Rüben zeigen im Allgemeinen einen kleineren Nichtzuckergehalt und besseren Zuckerquotienten des Saftes, als die spec. leichten Rüben; doch scheint dieser Zusammenhang ein um so weniger zutreffender zu werden, je leichter die Rüben sind.

5) Die gleichzeitig in den Rüben neben ihrem Safte sich vorfindende Luft schließt die Möglichkeit einer Abscheidung schlechter Rüben von verarbeitungswürdigen durch ein auf das spec. Gewicht derselben sich gründendes Verfahren aus.

6) Es scheint jedoch immerhin empfehlenswerth, für die Samenzucht Rüben von hohem spec. Gewicht auszuwählen.

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