Titel: Elastischer Leim und Mundleim.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 15 (S. 272)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi03_15

Elastischer Leim und Mundleim.

Elastischer, nicht faulender Leim wird folgendermaßen gewonnen: Man läßt Tischlerleim in Wasser zergehen, welches in einem Wasserbade so lange erhitzt wird, bis der Leim vollständig gelöst und die Lösung zu einer dickflüssigen Masse verdampft ist; dann fügt man das gleiche Gewicht von dem angewendeten Leim Glycerin hinzu, rührt um und fährt fort zu erhitzen, um das übrig gebliebene Wasser zu verdampfen, hierauf gießt man die Masse in Formen oder auf eine Marmorplatte und läßt sie vollkommen erkalten; diese Substanz läßt sich zur Anfertigung von Schwärzwalzen für Buchdrucker, zu Stempeln, elastischen Figuren, zum Abformen für die Galvanoplastik u. dergl. verwenden.

Versetzt man eine concentrirte Leimlösung, aus einem guten, vorher mit kaltem Wasser wiederholt ausgewaschenen Leim bereitet, über dem Feuer mit eben so viel Zuckerpulver, als die Auflösung im Gewichte Leim enthält, gießt die heiße Auflösung auf eine benetzte Marmorplatte oder Glastafel aus, zerschneidet sie nach dem Gestehen in kleine Tafeln und trocknet diese in mäßiger Temperatur, so erhält man den sogenannten Mundleim, der durch Benetzen mit Speichel im Munde zum Kleben von Papier u. dgl. gebraucht wird.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: