Titel: Neue Kratzenwalzen mit fabricirter Holzmasse, von L. Ph. Hemmer, Maschinenfabrikant in Aachen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 2 (S. 261–262)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi03_2

Neue Kratzenwalzen mit fabricirter Holzmasse, von L. Ph. Hemmer, Maschinenfabrikant in Aachen.

Durch die von Hemmer zusammengesetzte Masse zu den Belägen der Kratzenwalzen ist den bisherigen Uebelständen, welche hölzernen, metallenen und Gypswalzen |262| anhaften, abgeholfen worden. Diese Walzen haben nach vielfachen Versuchen sowohl bei hoher als niedriger Temperatur nichts an ihrer genauen Cylinderform verloren. Die angewendete Masse ist beim nämlichen Volumen um die Hälfte leichter als Gyps und ist dabei höchstens 2/3 der Dicke des Gypses nöthig. Man kann aus jedem Punkte der Oberfläche mit Leichtigkeit und Sicherheit sowohl die Kratzenbänder als Kratzenblätter nageln, und stellt sich dabei kein Ausspringen oder Lockerwerden der Masse heraus. Diese Walzen lassen sich viel leichter und schneller abdrehen als alle anderen.

Die Masse, welche zum Belegen der Walzen verwendet wird, besteht auf 100 Pfd. in 52 Pfd. Sägespänen zu 14,5 Pfd. Gewicht per Kubikfuß, 25 Pfd. bester Stärke, 5 Pfd. venetianischem Terpenthin, 2 1/2 Pfd. Terpenthinöl, 10 Pfd. Colophonium, 5 1/2 Pfd. Fasern aus zerhacktem Werg. Flachs oder Hanf.

Die Stärke wird mit dem vier- bis fünffachen Gewichte von Wasser gekocht; Terpenthin und Harz mit dem Terpenthinöl in einem Sandbade geschmolzen, mit den Sägespänen gemengt und mit der fast in Dextrin verwandelten Stärke und den Fasern in eine Knetmaschine gebracht, in welcher diese Composition so lange verarbeitet wird, bis sich alle Theile gleichmäßig vertheilt haben; alsdann wird die Masse lageweise auf den Blechmantel der Walzen aufgetragen, darauf getrocknet und dann abgedreht und geschliffen.

Vor dem letzten Schnitt, beim Abdrehen wie auch nachher, werden die Walzen zum Schutze gegen Feuchtigkeit mit einer Composition von 30 Theilen Schellack, 24 Theilen venetianischem Terpenthin und 150 Theilen Weingeist von 95 Proc. warm imprägnirt und schließlich polirt. – Patentirt in Bayern am 3. März 1866. (Bayerisches Kunst- und Gewerbeblatt, 1867 S. 653.)

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