Titel: Ueber die Nöllner'sche Salpetersäurebestimmung; von Ad. Span.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 6 (S. 264–265)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi03_6

Ueber die Nöllner'sche Salpetersäurebestimmung; von Ad. Span.

In der Zeitschrift für Chemie, Bd. III, 22. Heft, November 1867, ist von Dr. G. C. Nöllner ein Verfahren angegeben, den Salpetersäuregehalt in Salzlösungen auf eine leicht auszuführende Art quantitativ zu bestimmen.

Auf Anrathen des Hrn. Dr. Wittstein und unter dessen Controlle unternahm ich es, einen Versuch über die Brauchbarkeit dieses Verfahrens anzustellen, und zwar mit um so größerem Interesse, als die Bestimmung der Salpetersäure manche Schwierigkeit darbietet, deren Beseitigung ein wesentlicher Gewinn für Wissenschaft und Industrie wäre.

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Die Methode fußt auf der Thatsache, daß das salpetersaure Ammoniak in Weingeist, ja selbst in absolutem, leicht löslich ist, während die meisten anderen Salze, und namentlich schwefelsaures Ammoniak darin unlöslich sind.

Ich verfuhr auf folgende Weise: Salpeter, Kochsalz, Glaubersalz, schwefelsaures Kali, von jedem 5 Gran, und schwefelsaures Ammoniak 10 Gran, wurden in ein Becherglas gegeben, mit sehr wenig Wasser übergossen und zur vollständigen Lösung gelinde erwärmt. Diese concentrirte Lösung wurde mit dem 6– bis 8fachen Volumen 93procentigen Alkohols vermischt, der sofort reichlich entstandene Niederschlag nach 24 Stunden von der Flüssigkeit getrennt, mit 93procentigem Alkohol ausgewaschen und entfernt.

Sämmtliche weingeistige Flüssigkeiten, welche nur noch salpetersaures Ammoniak enthalten sollten, versetzte man mit einer Lösung von 30 Gran Kalihydrat in 300 Gran 93procentigem Alkohol, ließ wieder einen Tag stehen, sammelte den entstandenen sehr geringen Niederschlag auf einem gewogenen Filter, wusch mit Alkohol aus und bestimmte sein Gewicht. Er wog 0,6 Gran, enthielt aber gar kein Nitrat, sondern nur schwefelsaures Kali nebst Spuren von Chlornatrium.

Obgleich ich nun zugeben will, daß bei Beobachtung gewisser Cautelen (welche Hr. Nöllner nicht angegeben hat), sowie bei Anwendung von absolutem Weingeist, die Quantität des durch das Aetzkali erzeugten Niederschlages etwas größer ausgefallen seyn würde, so muß ich doch, in Erwägung, daß mein Niederschlag gar kein Nitrat enthielt, zu dem Schlusse gelangen, daß diese Methode der Salpetersäurebestimmung selbst für technische Zwecke ganz unbrauchbar ist.

München, den 18. Januar 1868.

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