Titel: Entstehung mächtiger Salzlager.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 7 (S. 265)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi03_7

Entstehung mächtiger Salzlager.

Neuerdings ist aus folgende interessante geologische Thatsache hingewiesen. Der gestreckte Caspische See hat an seiner Ostseite den Kara Bogas, einen mehr gerundeten Nachbarsee oder eine Nebenabtheilung, welche durch Hauptzungen soweit von dem Hauptgewässer abgeschnitten ist, daß nur ein Verbindungscanal von ein paar 100 Fußen Breite und 5 Fuß Tiefe übrig bleibt.

Der Kara Bogas ist den austrocknenden Nord- und Ostwinden besonders ausgesetzt, sein Wasser verdunstet daher rasch, wird aber in demselben Maaße aus dem Caspi-See immer wieder ergänzt und es geht die Verdunstung und der Wiederersatz so rasch, daß in dem Canal immer eine bedeutende Strömung herrscht. Nach der übergehenden Wassermenge, welche 3 1/2 Proc. Salz in Lösung hält, hat man nun geschätzt, daß täglich 60,000 Centner neues Salz nach der großen Abdampfpfanne hinüberbefördert werden; dieß macht im Jahre 22,000,000 Centner. Bei solcher Zufuhr muß sich schließlich die ganze Vertiefung mit ausgeschiedenem festen Salze ausfüllen, das schon jetzt in unbekannter Mächtigkeit den Boden des Kara Bogas bildet, während die ganze Umgebung so versalzen ist, daß keine Spur von Thier- und Pflanzenleben dort bestehen kann. Liegt die Salzpfanne einmal trocken, so werden die Winde auch nach und nach für eine Sand- und Erdbedeckung sorgen, bis vielleicht in ferner Zukunft diese Sparkammer der Natur den Menschen ebensowohl zu Statten kommen wird, als der Gegenwart der große Fund in Staßfurt. (Europa, 1867, Nr. 24.)

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