Titel: Braun's photographischer Kohledruck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 8 (S. 265–266)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi03_8

Braun's photographischer Kohledruck.

Hr. Adolph Braun, Besitzer des ausgezeichneten photographischen Etablissements in Dornach (Elsaß), hat der Mülhauser Industrie-Gesellschaft sein verbessertes Kohledruck-Verfahren im Wesentlichen mitgetheilt.

Zum Präpariren des Papieres verwendet Hr. Braun ein Gemisch von Gelatine und chinesischer Tusche, oder irgend einem anderen Farbstoff; diese Composition kommt in den flachen Behälter einer Maschine. Das Papier passirt an der Oberfläche dieses Behälters und überzieht sich so mit einer dünnen Farbeschicht. Bei dieser Operation muß man eine sehr regelmäßige Bewegung anwenden, denn bei der geringsten Verzögerung |266| in seinem Fortschreiten würde der Papierbogen, welcher nicht weniger als fünf Meter Länge hat, sich mit großen marmorirten Flecken überziehen.

Die angewandte Farbe muß so fein als möglich zerrieben seyn, denn vorhandene Körnchen würden alle Feinheit des Bildes zerstören.

Das getrocknete Papier wird alsdann mittelst zweifach-chromsauren Kalis für das Licht empfindlich gemacht, hernach in die Rahmenpresse gebracht und exponirt. Im Allgemeinen überschreitet die Expositionszeit, im Schatten, niemals sechs Minuten mit den härtesten Negativs; eine oder zwei Minuten sind gewöhnlich mit einem den erforderlichen Bedingungen entsprechenden Negativ hinreichend.

Nach dem Herausnehmen aus dem Rahmen wird das Bild mit einem Papier bedeckt, welches mit Kautschuk überzogen ist, dann gewalzt und in Wasser von 40° C. passirt. Nach Verlauf von einigen Minuten löst sich das Papierblatt, worauf sich die empfindliche Schicht befand, los, das Bild kommt nach und nach zum Vorschein, und alle vom Licht getroffenen Theile bleiben auf der Kautschukschicht fixirt.

Das so erhaltene Bild ist ein negatives; um daraus ein positives zu machen, wird es gelatinirt und mit einem neuen Papierblatt überzogen, welches gewissermaßen die Farbe zwischen zwei unlöslich gemachten Gelatineschichten einschließt. Das mit Kautschuk überzogene Papierblatt wird mittelst Benzin abgelöst, und nachdem diese Operation beendigt ist, kann das Bild geleimt werden. (Bulletin de la Société industrielle de Mulhouse, t. XXXVII p. 317; Juli 1867.)

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