Titel: Photographischer Kohledruck auf Glimmer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 9 (S. 266)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi03_9

Photographischer Kohledruck auf Glimmer.

Die sehr beachtenswerthe Anwendung des Kohledrucks auf Glimmer verdankt man Hrn. Despâquis in Paris (8, boulevard du Prince-Eugène). Vermöge seiner Durchsichtigkeit und seiner Eigenschaft sich in papierdünne Blätter spalten zu lassen, gestattet der Glimmer in der Rahmenpresse die nicht mit empfindlicher Schicht überzogene Seite des Glimmerblattes mit dem Negativ in Berührung zu bringen, und so alle Halbtöne zu erhalten, gemäß der Beobachtung von Laborde, wornach das Bild, um die Halbtöne zu erhalten, auf der belichteten Seite nicht gewaschen werden darf.

Die auf diese Weise erhaltenen Kohlebilder sind sehr schön. Alle Manipulationen reduciren sich darauf, ein Glimmerblatt über eine mit zweifach-chromsaurem Kali versetzte Gelatinelösung zu passiren, dann es umzukehren, um es auf einem horizontal liegenden Drahtnetze etc. trocknen zu lassen; dieses getrocknete Blatt mit der nicht präparirten Seite gegen das Negativ zu legen und es einige Minuten lang dem Licht auszusetzen, dann es mit warmem Wasser zu waschen, und das Bild ist fertig.

Wir haben sehr zarte und schöne transparente Stereoskopbilder gesehen, welche nach diesem Verfahren in dem Atelier von Varroquier (in Paris) dargestellt wurden.

Hr. Braun in Dornach, welcher den Kohledruck schon seit einiger Zeit mit großem Erfolg anwendet, richtet ein besonderes Atelier für Stereoskopbilder auf Glimmer ein, und in Paris beabsichtigen schon mehrere Photographen das beschriebene Verfahren auszubeuten. Solche Bilder sind im Vergleich mit den auf albuminirtem Glase dargestellten sehr billig, dabei aber viel leichter, biegsamer, und bequemer zu transportiren als letztere. F. Moigno. (Les Mondes, t. XV p. 479; November 1867.)

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