Titel: Ueber den Einfluß des Luftzuges auf den Heizeffect verschiedener Steinkohlensorten; von Prüsmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 1 (S. 353)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi04_1

Ueber den Einfluß des Luftzuges auf den Heizeffect verschiedener Steinkohlensorten; von Prüsmann.

Vergleichende Versuche mit westphälischer Steinkohle von der Zeche Hannibal, mit Ibbenbürener und mit Piesberger Kohle, welche im Jahre 1862 unter 4 Kesseln der Gosling'schen Dampfmühle zu Osnabrück angestellt worden waren, hatten eine Verdampfungsfähigkeit von 8,375, 6,734 und 6,710 Pfd. Wasser nachgewiesen (Wasser von 43,75° in Dampf von 142° Cels.), während nach der Reduction aus Bleiglätte diese Kohlensorten resp. 6863, 6546 und 7119 Calorien zu entwickeln fähig seyn sollten. Es ergab sich hieraus, daß die Osnabrücker Dampfkesselanlage besonders ungünstig für Piesberger Steinkohle seyn müsse, wie es denn an sich klar ist, daß auf die Nutzleistung der Kohlen die Stärke des Luftzuges, die Größe des Rostes u.s.w. von großem Einfluß seyn müssen. Um nun hierüber einige Unterlagen zu erhalten, construirte Prüsmann einen Versuchsapparat, in welchem durch einen Dampfkessel eine zwischen 0,355 und 3,56 Centim. Wassersäule schwankende Luftverdünnung herzustellen und die von der Feuerbüchse und dem Feuerzuge abgegebene Wärmemenge getrennt zu messen möglich war, welcher aber es nicht gestattete, die Temperatur des Wassers bis zur Siedehitze zu steigern. Mit diesem Apparate wurden Versuche über Piesberger, Ibbenbürener und Courl-Kohlen, deren Aschengehalt resp. 7, 5 1/2 und 3 1/2 Proc. beträgt, angestellt und es ergab sich, daß sowohl bei den Piesberger, als bei den Courl-Kohlen die an das Wasser abgegebenen Wärmemengen mit dem Luftzuge abnehmen, und daß es für die Ibbenbürener Kohle eine günstigste Stärke des Luftzuges gibt, welche etwa der Schornsteinhöhe von 16,8 Meter entspricht. Als durchschnittliche Leistung fand man

Wärmeeinheiten per Pfund
Kohle abgegeben
Brennzeit
in Minuten
i. d. Feuerbüchse im Feuerzuge zusammen
bei Piesberger Kohle 4054 1016 5070 81
„ Ibbenbürener „ 3591 962 4553 51
„ Courl „ 3309 1023 4332 56

Hiernach müssen die beiden letzteren Kohlensorten längere Züge und lebhafteren Zug erhalten als die erste, wogegen bei dieser die Rostfläche 1,42 mal so groß seyn muß, als bei Ibbenbürener Kohle. Jedenfalls zeigen diese Versuche aufs Deutlichste, wie wichtig ähnliche Versuche im Kleinen für die Anlage von Dampfkesselfeuerungen werden können. (Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins für Hannover.)

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