Titel: Die neue Drittel-Silberlegirung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 4 (S. 356)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi04_4

Die neue Drittel-Silberlegirung.

Ein französischer Geistlicher, de Dreux-Brézé, stellte geeigneten Ortes die Bitte, daß es gestattet werden möge, bei der Messe Abendmahlskelche aus reinem oder mit anderen Metallen legirtem Aluminium, wegen der Schönheit und Dauerhaftigkeit dieser Legirungen und der Armuth der Dorfkirchen in Frankreich, anwenden zu dürfen; er wurde indessen ungünstig beschieden. Dem Fabrikanten Hrn. Paul Morin ist es jedoch gelungen, ein vom 18. December 1866 datirtes Rescript zu erwirken, durch welches der Gebrauch von Kelchen und Hostientellern aus Aluminiumbronze unter der Bedingung gestattet wurde, daß die Schalen der Kelche zunächst versilbert, dann aber an den von den Regeln des Breviers vorgeschriebenen Stellen vergoldet werden. – Es dürfte wohl nicht zu bezweifeln seyn, daß diese Erlaubniß auch bald für die aus der „Drittel-Silberlegirung“ (alliage tiers-argent) angefertigten Kelche und anderen Gegenstände bewilligt werden wird. Diese Legirung, welche sicherlich große Verbreitung finden wird, besteht, wie ihr Name andeutet, aus einem Drittel Silber und zwei Dritteln Nickel. Dieses Metallgemisch ganz homogen darzustellen, gelang erst nach vielen Versuchen, hat aber jetzt gar keine Schwierigkeiten. Der Verkaufspreis dieser Legirung ist 90 Francs per Kilogr.; für 75 Fr. wird sie alt wieder angenommen. Die aus derselben angefertigten Eßbestecke und Tafelgeschirre lassen nichts zu wünschen übrig; sie besitzt größere Härte als Silber und läßt sich besser ciseliren als letzteres. Sind wir recht unterrichtet, so gehört die Idee des tiers-argent“ und die gelungene Ausführung derselben Hrn. Alfred Jaloureau an, demselben, welcher, im Vereine mit seinem Bruder, die aus bituminisirtem Papier bestehenden Röhren erfunden hat. Später verband sich de Ruolz mit den Erfindern dieses neuen Industriezweiges und ist jetzt Besitzer des Patentes; betrieben wird derselbe von Mousset, Goldarbeiter, Nachfolger von Lebrun (116, rue de Rivoli) in Paris. F. Moigno. (Les Mondes, t. XV p. 557; December 1867.)

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