Titel: Anwendung der Centrifugalmaschine zum Auslassen des Honigs.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 11 (S. 437–438)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi05_11

Anwendung der Centrifugalmaschine zum Auslassen des Honigs.

Die bedeutenden Vortheile, welche die Centrifugalmaschine dem rationellen Bienenzüchter gewährt, der mit beweglichem Wabenbau (sey es nun mit Stäbchen oder mit Rähmchen) wirtschaftet, sind folgende:

1) Der Honig, welcher mit dieser Maschine gewonnen wird, ist durchaus ganz rein und krystallhell, aus alten wie aus neuen Waben, – aus solchen, die nebst Honig auch noch viel Blumenstand enthalten, wie aus solchen, welche nur mit Honig gefüllt sind, denn nur der Honig fliegt aus den Zellen, der Blumenstand aber bleibt sitzen.

2) Die auf diese Weise vom Honig entleerten Waben können sogleich den Bienen zum Füllen wieder eingehängt werden, was zur Zeit reichlicher Honigernte gewiß vom größten Vortheil ist.

3) Solche Waben, die nebst Honig auch theilweise mit Blumenstand gefüllt waren und die nach Nr. 1 diesen behalten, werden an das Brutnest eingehängt, nachdem sie von ihrem Honig befreit worden sind, wodurch die Bienen angewiesen werden, weniger Blumenstaub und mehr Honig einzutragen, – ebenfalls ein nicht zu übersehender großer Vortheil.

4) Man kommt mit dieser Maschine zu einem großen Wabenreichthum und in Folge dessen ist man im Staude, die Wohnungen der jungen Schwärme ganz oder doch zum Theil mit fertigen Waben zu versehen, an welchen sie nur kleine Reparaturen auszuführen haben. Der junge Schwarm, kaum in seine Wohnung gebracht, fängt sogleich an zu arbeiten und die Königin hat Zellen genug, um alsbald ihre Eier in Menge abzusetzen, anstatt dieselben, wie in leeren Stöcken, nutzlos auf den Boden fallen zu lassen. Solche Stöcke sind also anderen gegenüber in größtmöglichem Vortheil.

Da nun die Waben aus dem Dzierzonstock mit Leichtigkeit und nach Belieben herauszunehmen und wieder ebenso einzuhängen sind, während der Strohstülper ganz unzugänglich ist, so ist klar, daß nur derjenige Bienenzüchter, welcher mit Dzierzonstöcken wirthschaftet, von der trefflichen Centrifugalmaschine Gebrauch machen kann.

Da die Bienen jede Honigzelle, wenn sie mit Honig gefüllt ist, mit Wachs zudeckeln, so müssen solche Waben, um sie mittelst der Centrifuge entleeren zu können, zuvor mittelst eines eigenen, zu diesem Zwecke sehr bequem construirten kleinen Messers entdecket werden. Solche Messer können von mir das Stück zu 36 kr. bezogen werden.

Dieses Entdecken der Waben ist zwar etwas langweilig, aber im Hinblick auf den herrlichen Honig, den man erhält, und in Rücksicht auf das schöne Wachs, welches |438| diese Wachsdeckel liefern, unterzieht man sich der Arbeit gerne. Man kann jedoch dieselbe auch umgehen, wenn man die Waben aus dem Stocke nimmt, ehe die Zellen durch die Bienen mit Wachs zugedeckelt werden. – Seminar-Oberlehrer Gößler in Nürtingen. (Württembergisches Wochenblatt für Land- und Forstwirthschaft, 1867, Nr. 49.)

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