Titel: Eine dem Golde ähnliche Legirung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 2 (S. 432–433)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi05_2

Eine dem Golde ähnliche Legirung.

Eine den Namen „künstliches Gold“ tragende Legirung hat kürzlich einige Aufmerksamkeit in England erregt, weil man vermuthere, daß die Verwendung derselben den Zinn- und Kupferarbeitern wahrscheinlich von Nutzen seyn könne. Ein Sachkundiger gibt nun folgenden Bericht darüber: Sie besteht aus reinem Kupfer (100 Thln.), reinem Zinn (17 Thln.), Magnesia (6 Thln.), Handelsweinstein – tartar of commerce – (9 Thln), Ammoniaksalz (3,6 Thln.) und ungelöschtem Kalk (1,6 Theil). Das Kupfer wird zuerst geschmolzen, dann werden der Kalk, die Magnesia, das Ammoniaksalz und der Weinstein beigefügt, aber nur wenig auf einmal, und hierauf wird |433| das Ganze ungefähr eine halbe Stunde lang lebhaft umgerührt, so daß eine vollständige Mischung entsteht, worauf man das Zinn in kleinen Körnern auf die Oberfläche wirft und umrührt, bis es gänzlich geschmolzen ist. Der Schmelztiegel wird nun zugedeckt und die Schmelzung etwa 25 Minuten lang unterhalten, worauf der Auswurf abgeschäumt wird und die Legirung zum Gebrauch fertig ist. Sie ist ganz schmiedbar und dehnbar, und kann gezogen, gestanzt, getrieben, in Pulver oder in Blätter geschlagen werden, wie Goldblatt. In allen diesen Zuständen ist sie selbst durch gute Kenner vom Golde nicht zu unterscheiden, außer durch ihre geringere Schwere. Diese Legirung wird in den Vereinigten Staaten bereits vielfach angewendet. (Engineer.)

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