Titel: Keßler's Verfahren zur Sodafabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 187/Miszelle 9 (S. 522)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj187/mi187mi06_9

Keßler's Verfahren zur Sodafabrication.

Bei diesem Verfahren wird, wie bei der jetzt üblichen Fabricationsmethode, Chlornatrium als Rohstoff angewendet; anstatt dasselbe aber durch Schwefelsäure zu zersetzen, wendet Keßler zu diesem Zwecke Chromoxyd oder ein Chromsalz an. Chlornatrium und Chromoxyd wurden innig mit einander gemengt, und dieses Gemenge wird zum Rothglühen erhitzt; dann läßt man einen Strom von Wasserdampf darüber streichen. Dieser Dampf wird zersetzt: sein Sauerstoff vereinigt sich mit dem Natrium und dem Chromoxyd, wodurch chromsaures Natron entsteht, während der Wasserstoff an das Chlor tritt und mit diesem Chlorwasserstoffsäure bildet, welche aufgefangen werden kann. Das auf diese Weise erhaltene Chromsäuresalz wird auf der Sohle eines Flammofens in Berührung mit Kohle (in derselben Weise wie bei dem Leblanc'schen Verfahren) calcinirt; dadurch wird die Chromsäure zu Oxyd reducirt und Kohlensäure erzeugt, welche an das Aetznatron tritt und mit demselben kohlensaures Natron bildet.

Das Resultat der Calcination ist mithin ein Gemenge von kohlensaurem Natron und Chromoxyd, welche durch Behandlung mit Wasser und Decantiren der Sodalösung sich leicht von einander trennen lassen. – Das Chromoxyd kann natürlich immer wieder benutzt werden und die jedesmal zu erneuernden Rohmaterialien sind Chlornatrium, Kohle und Wasser. Offenbar wird bei diesem Verfahren die Bildung der Sulfurete und Oxysulfurete vermieden, deren Beseitigung eine für die Sodafabrikanten so schwierige Aufgabe ist. (Annales du Génie civil, November 1867, S. 735.)

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