Titel: Klären der alkoholischen Schellacklösung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 188/Miszelle 12 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj188/mi188mi01_12

Klären der alkoholischen Schellacklösung.

Vor einiger Zeit wurde die Klage eines österreichischen Industriellen kund, daß es ihm nicht möglich sey, eine klare weingeistige Schellacklösung herzustellen. Wenn er 1 Theil Schellack in 6 bis 7 Theilen Weingeist von 95° Tr. im Wasserbad auflöse, so bekomme er nur eine ganz trübe Flüssigkeit, welche nur nach wochenlangem Stehen zur Hälfte zu einer durchsichtigen klaren Flüssigkeit werde. Da es ihm auf diese Weise unmöglich war, größere Quantitäten Schellackfirniß in kurzer Zeit durchsichtig und ganz klar darzustellen, so bat er um Mittheilung darüber, ob vielleicht der Schellack nur durch Zusatz eines gewissen Stoffes im Weingeist ganz klar und vollkommen durch bloßes Kochen so auflösbar werde, daß sich die Auflösung nach dem Erkalten nicht mehr trübt, oder ob eine eigene Behandlung des Schellacks nöthig sey, um den erwähnten Zweck zu erreichen. Da dieselbe Unklarheit über die Löslichkeitsverhältnisse des Schellacks vielleicht auch in anderen Kreisen vorhanden ist, so erscheint es nicht überflüssig, darauf hinzuweisen, daß es keinen Stoff gibt, durch dessen Zusatz man eine ganz klare weingeistige Schellacklösung herstellen kann, während sich dieser Zweck auf einem anderen Wege ganz einfach erreichen läßt. Außer den auch in kaltem Weingeist löslichen Harzen enthält der Schellack noch einen wachsähnlichen Stoff, der sich in siedendem, aber nicht in kaltem Alkohol auflöst. Hat man daher mit kochendem Weingeist eine Schellacklösung bereitet, so muß dieselbe beim Erkalten sich trüben und zwar bleiben die feinsten Theilchen der wachsähnlichen Substanz noch sehr lange schweben. Um eine solche Lösung zu klären, muß sie nach dem völligen Erkalten und einigem Stehen in der Kälte durch Filz oder Filtrirpapier (zweckmäßig durch wollenes Fließpapier) filttirt werden. Die Dauerhaftigkeit des Filters wird durch Zusatz von sandfeinem Glaspulver zur siltrirenden Lösung erhöht. Will man die Lösung gleichzeitig entfärben, so kocht man sie vor dem Filtriren einige Zeit mit frisch ausgeglühtem Beinschwarz und läßt sie dann ebenfalls völlig erkalten. (Deutsche Industriezeitung, 1867 S. 500.)

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