Titel: Ueber Ausnutzung der in der Ultramarinlauge befindlichen Schwefelsäure; von Dr. Heinrich Hanstein in Darmstadt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 188/Miszelle 9 (S. 340–341)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj188/mi188mi04_9
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Ueber Ausnutzung der in der Ultramarinlauge befindlichen Schwefelsäure; von Dr. Heinrich Hanstein in Darmstadt.

Die Flüssigkeit, durch welche Ultramarin ausgewaschen wird, enthält neben geringen Mengen Schwefelnatrium, Kochsalz etc. hauptsächlich schwefelsaures Natron. Früher wurde die Lauge an manchen Orten zur Gewinnung von Glaubersalz eingedampft, dieß ist aber, als nicht lohnend, wohl überall eingestellt worden. Gleichwohl geht dadurch eine große Menge Schwefelsäure in Form des schwefelsauren Salzes verloren und gibt der Gehalt an solchem bekanntlich vielfach Veranlassung zu Klagen über Verunreinigung der Bäche.

Die Ultramarinfabriken verbrauchen und beziehen von auswärts Blanc fix, namentlich en pâte, während sie solches unmittelbar erzeugen können. Blanc fix wird bekanntlich dargestellt durch Fällung einer Lösung von Chlorbaryum mittelst Schwefelsaure oder schweselsauren Salzen. Der Gesammtgehalt der Lauge wird also verwerthet, wenn ihr Chlorbaryum so lange zugesetzt wird, als noch Trübung entsteht. Der Niederschlag ist schwer, setzt sich leicht ab, und wenn das Blanc fix von dem blauen Tone frei seyn soll, so fällt man zunächst nur einen Theil aus, mit welchem sich der suspendirte Ultramarin absetzt. Was die Mengen anlangt, welche auf diese Art gewonnen werden können, so weiß jeder Fabrikant, daß der weitaus größte Theil der Soda, welche er verarbeitet, in Form schwefelsauren Salzes in der Lauge ausgewaschen wird.

Eine Benutzung dieses Verfahrens bei der Fabrication habe ich noch nicht gesehen, obwohl ich hier und in Baden als Experte bezüglich der Abwässer von Fabriken fungirte. Es ist zwar sehr einfach, allein ich wollte doch auf diese Ausnutzung der Lauge aufmerksam machen.

Durch die Fällung wird die Lauge farblos; sie enthält dann hauptsächlich Kochsalz, und es werden die Beschwerden über Verunreinigung von Bach- und Flußwasser wegfallen. (Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen, 1868, Nr. 16.)

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