Titel: Ueber den Sitz der hygroskopischen Eigenschaft der Seide; von Dr. P. Volley.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 188/Miszelle 10 (S. 506–507)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj188/mi188mi06_10

Ueber den Sitz der hygroskopischen Eigenschaft der Seide; von Dr. P. Volley.

Es ist meines Wissens die Frage noch niemals genauerer Untersuchung unterworfen worden, wie sich in Bezug auf Feuchtigkeitsaufnahme die Rohseide zur entschälten Seide verhält; ob der Seidenleim, der das Fibroin überkleidet und möglicherweise aus demselben bald nach der Fadenbildung sich gebildet hat, oder der Kern des Fadens das Fibroin, das bekannte, mächtige Anziehungsvermögen gegen die Luftfeuchtigkeit besitze. Ich veranlaßte deßhalb Hrn. Suida aus Tannwald in Böhmen zu einigen Versuchen, die hierüber Entscheidung bringen sollten. Die Ergebnisse sind ganz unzweideutige.

Ein Quantum roher und ein ähnliches sorgsältig entschälter Seide wurden, nachdem sie mehrere Tage nahe beisammen und unter ganz gleichen Umständen in einem kühlen Raume gelegen hatten, jedes für sich abgewogen, einem Strome getrockneter Luft ausgesetzt und unter Ausschluß der Möglichkeit der Wiederaufnahme von Feuchtigkeit wieder gewogen.

|507|

Die Rohseide nahm um 9,99 Proc.,

die entschälte Seide um 9,24 Proc. ab.

Nach längerem Liegen der beiden ganz trockenen Proben an feuchter Luft wurden sie wieder gewogen.

Die Rohseide zeigte eine Zunahme von 12,586 Proc.,

die entschälte zeigte eine Zunahme von 12,490 Proc.

Durch die Entschälung, das ist die Entfernung des Seidenleimes, verliert die Seide demnach nichts an ihrer hygroskopischen Eigenschaft; es ist das Fibroin, oder vielleicht dieses und mit ihm gleichzeitig der Seidenleim, an das sich diese Eigenschaft knüpft. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1868, Bd. XIII S. 63.)

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