Titel: Möller's Haarwaschmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190, Nr. X. (S. 22–23)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/ar190010

X. Haarwaschmaschine für Gerbereien, construirt von der Maschinenfabrik C. und Th. Möller zu Kupferhammer bei Brackwede (Westphalen).

Mit einer Abbildung auf Tab. I.

Diese Maschine, welche in Fig. 17 dargestellt ist, wiegt circa 8 Centner, hat 42 Zoll Durchmesser und 36 Zoll Höhe, erfordert zum Betriebe circa eine Pferdekraft und wäscht bei 9 Kubikfuß Wasserzufluß und 40 Umdrehungen per Minute in 12 Stunden 8–10 Ctr. Kuhhaare (Trockengewicht), wobei zu ihrer Bedienung ein Arbeiter genügt.

Sie besteht aus einem Waschgefäß A von Eisenblech, in dessen Seitenwand eine Reihe eiserner Spitzen sitzen, und in dessen Mitte eine senkrechte Welle B steht; letztere trägt eine Anzahl horizontaler Arme, welche das Wasser in drehende Bewegung setzen und die anfangs zusammengeballten Haare in Verbindung mit den am Waschgefäß festsitzenden Spitzen lockern und gleichsam durchkämmen. Die Kraftübertragung geschieht vermittelst einer auf einer horizontalen Welle D sitzenden Kettenrolle C oder Riemenscheibe D1. Durch den Rohrstutzen F strömt das Wasser ein und durch E aus; die Wassermenge wird durch die Hähne G und H regulirt. Die Arbeit geschieht in der Weise, daß man A mit Wasser füllt durch Oeffnen des Eintrittshahnes G, und eine Partie Haare in's Wasser wirft; gleichzeitig öffnet man den Ausflußhahn H und regulirt denselben so, daß gerade so viel Wasser als einströmt wieder abfließt. Sollte der Arbeiter nicht aufpassen und das Wasser im Gefäß zu hoch steigen, so fließt es durch das Ueberflußrohr J ab, unter welches ein Korb zum Auffangen der mitgerissenen Haare gesetzt wird. Sobald das Wasser klar aus dem Abflußrohr E fließt, öffnet man den Schutz K und läßt |23| durch diesen die Haare mit dem Wasser in einen untergesetzten Korb fließen, in welchem die Haare zurückbleiben, während das Wasser abfließt. Darauf schließt man den Schutz und beginnt die Operation von Neuem. Die Schnelligkeit des Waschens hängt von der Menge des durchfließenden Wassers ab; man kann mit viel weniger Wasser als 9 Kubikfuß per Minute auskommen, aber dann dauert die Operation länger.

Die Vortheile, welche die Wäsche mit dieser Maschine gegen die frühere Methode der Handwäsche den Gerbereien bietet, sind folgende:

1) sehr viel geringere Arbeitslöhne;

2) viel reinere Wäsche und deßhalb wesentlich höherer Preis für die Haare;

3) die Haare können sofort, nachdem sie abgestoßen sind, gewaschen werden; das bei der Handwäsche bisweilen nothwendige Liegenlassen der Haare schadet der Qualität derselben sehr, namentlich im Sommer;

4) die Haare trocknen leichter, weil sie mehr aufgelockert und der Schmutz und Kalk vollständiger entfernt werden;

5) es werden weniger Haare mit fortgespült, weil zum Auffangen derselben viel dichtere Körbe verwendet werden können als diejenigen in welchen sonst meistens gewaschen wird.

Da die Maschine einfach und solid ist, so werden Reparaturen wenig vorkommen.6

|23|

Der Preis der Maschine, für Kraftbetrieb, ist ausschließlich der Hähne zum Ein- und Austritt des Wassers: 1) mit Kettenrolle 110 Thlr. pr. Crt.: 2) mit loser und fester Riemenscheibe 125 Thlr., franco Waggon Brackwede unweit Bielefeld.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: