Titel: Brissonneau's Schleudermaschine für Zuckerfabriken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190, Nr. XI. (S. 23–25)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/ar190011

XI. Verbesserte Schleudermaschine (Centrifuge) für Zuckerfabriken; von Gebr. Brissonneau und Bertholomey in Nantes.

Aus Armengaud's Génie industriel, August 1868, S. 59.

Im vorigen Jahre wurde von Gebr. Brissonneau eine Abänderung an der Schleudermaschine7 zu dem Zwecke angebracht, das Ausfließen des Syrups aus der Schleudertrommel zu erleichtern und namentlich die dasselbe bisher erschwerende Centrifugalkraft zur Entleerung |24| des Mantels mitzubenutzen. Diese Abänderung bestand in einer neuen Einrichtung und Lage der Austrittsöffnung und in einer solchen der Rinne für den Syrup. Die Oeffnung erstreckt sich demnach am Mantel von oben bis unten, so daß der Syrup und die Luft in der Richtung der Tangente und durch einen Ansatz ausfließen, welcher unten ein Ausflußrohr trägt. Die Rinne hat die Form einer Schraube mit dem höchsten Punkt am Rande der Austrittsöffnung, in der Richtung der Bewegung, und der niedrigste Punkt bildet den unteren Rand des Ausflußrohres.

Ohne nun das zu Grunde gelegte Princip zu ändern, haben die Genannten die Schleudermaschine noch weiter verbessert, um sie noch zweckentsprechender zu machen, und i. J. 1867 (in Frankreich) ein Patent auf ihre Verbesserungen genommen. Sie beabsichtigen dabei:

1) mittelst der Schleuder so viel wie möglich Flüssigkeit aus der auszuschleudernden Masse zu entfernen und

2) dazu und zum Trocknen der Masse am Ende der Operation, möglichst den entstehenden Luftstrom mitzubenutzen.

Namentlich der letztere Punkt ist bei den bisherigen Constructionen sehr vernachlässigt worden und die Erfinder haben nach ihrer Angabe erst nach zahlreichen Versuchen die Hauptursachen aufgefunden, weßhalb die Schleudermaschinen bisher nicht befriedigend arbeiteten.

Die erste dieser Ursachen liegt darin, daß die in die Trommel eingesaugte und durch die Masse hinausgetriebene Luft nicht leicht genug entweichen kann; dieß rührt von der ungünstigen Einrichtung der Austrittsöffnung her, in Folge deren sich zwischen Trommel und Mantel eine Art Luftkissen bildet, welches der Centrifugalkraft entgegenwirkt.

Die zweite Ursache ist, daß die Luft in zu geringer Menge eingesaugt wird und daher nicht hinreicht um die Flüssigkeit noch weiter, als es bereits geschehen, auszutreiben.

Um diese Uebelstände zu heben, haben die Genannten drei Mittel angewandt, wie aus Folgendem ersichtlich ist:

Der Austritt der Luft aus dem Mantel geschieht durch einen sich durch die ganze Höhe des letzteren erstreckenden Schlitz, dessen Richtung so beschaffen ist, daß die Luft in der Richtung der Tangente (und nicht wie bisher in radialer Richtung) herausströmt. Außerdem ist der Mantel in Bezug auf die Trommel excentrisch und der Zwischenraum zwischen beiden nimmt in der Richtung der Trommelumdrehung bis zur Austrittsöffnung zu, so daß die Widerstände vermindert und die Wirkung also erhöht werde.

Die zweite der oben bezeichneten Ursachen wird dadurch aufgehoben, |25| daß ringsum die Trommel eine Anzahl (z. B. acht) so gekrümmter Flügel angebracht sind, daß sie nach Art der Ventilatoren während der Umdrehung die Luft nach Außen treiben, mithin in die Trommel und durch die ausgeschleuderte Masse ansaugen.

Damit endlich die abgeschiedene Flüssigkeit leicht abfließe und doch den Luftstrom nicht hindere, ist vor der Ausflußöffnung ein um ein Scharnier beweglicher Verschluß angebracht, welchen man erst öffnet, wenn alle Flüssigkeit möglichst entfernt ist und man schließlich den Luftstrom wirken lassen will, welcher dann das Trocknen sehr unterstützt.

Die verbesserte Schleudermaschine unterscheidet sich sonach von der bisher angewandten wesentlich durch folgende Einrichtungen:

1) die von oben nach unten gehende und tangential gerichtete Ausflußöffnung mit der schraubenförmigen Flüssigkeitsrinne (wie bei der früheren Construction durch die Genannten);

2) die Hinzufügung der Windflügel rings um die Trommel, zum Ansaugen der Luft;

3) durch die Excentricität des Mantels.

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Armengaud's Génie industriel, Juni 1867, S. 300; Stammer's Jahresbericht für Zuckerfabrication, Jahrg. VII S. 179.

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