Titel: Ueber Anfertigung eines sehr bindenden Steinkittes; von Prof. Böttger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 15 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi01_15

Ueber Anfertigung eines sehr bindenden Steinkittes; von Prof. Böttger.

Unseren Beobachtungen zufolge läßt sich die sogenannte Infusorienerde, wie solche in der Lüneburger Haide und in der Gegend von Herbstein auf dem Vogelsberge, in Gestalt einer ungemein zarten, schneeweißen, pulverförmigen Masse gefunden wird, recht vortheilhaft zu einem außerordentlich festbindenden Steinkitt verwenden. Ihrem Wesen nach aus Kieselsäurehydrat bestehend, eignet sich dieses Material zu genanntem Zwecke weit besser als der gewöhnliche Quarzsand (die wasserfreie Kieselsäure), insofern nämlich das Hydrat der Kieselsäure leichter sich mit Basen verbindet, als das Anhydrat. Rührt man ein Gemisch von circa gleichen Theilen Infusorienerde und Bleiglätte (Bleioxyd) und einem halben Theil Kalkerdehydrat (frisch gelöschtem Kalk) mit Leinölfirniß zu einer recht gleichförmigen dicken Paste an, so erhält män eine Masse von außerordentlich großer Bindekraft, die nach längerer Zeit die Härte des gewöhnlichen Sandsteines annimmt und daher in allen den Fällen eine nützliche Verwendung zuläßt, wo z. B. beabsichtigt wird, Eisen in Stein zu befestigen, schadhaft gewordene Steinverzierungen, Wasserreservoirs etc. dauernd auszubessern. (Böttger's polytechn. Notizblatt, 1868, Nr. 17.)

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