Titel: Jean's Verfahren zur Boraxfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 8 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi01_8

Jean's Verfahren zur Boraxfabrication.

Bringt man mit einem Alkalisulfurid Borsäure und Wasser zusammen, so zersetzt sich das letztere; sein Sauerstoff tritt an das Alkalimetall und die so entstandene Basis |76| verbindet sich mit der Borsäure, während der frei gewordene Wasserstoff mit dem Schwefel Schwefelwasserstoff bildet, entsprechend dem Ausdrucke:

MS + 2(Bo O3) + HO = HS + 2(MO, Bo O3).

Jean verwerthet diese Reaction zur Darstellung von Borax und benutzt anstatt des theuren kohlensauren Natrons das weit billigere Schwefelnatrium. Letzteres stellt er entweder auf dem gewöhnlichen Wege oder mittelst eines besonderen Verfahrens dar, nach welchem schwefelsaures Natron in den oberen Theil einer stehenden, mit Kohks gefüllten irdenen Retorte gebracht und dann das Ganze zum Rothglühen erhitzt wird; das entstehende Schwefelnatrium fließt am unteren Theile des Apparates aus.

Das erhaltene Product wird in kleine Stücke zerschlagen und, ebenso wie die Borsäure, für sich in Leinensäcke gefüllt, welche in den oberen Theil eines mit kaltem Wasser gefüllten, verschlossenen Gefäßes von Cylinderform eingehängt werden. Das frei werdende Schwefelwasserstoffgas wird mittelst einer im Deckel des Cylinders angebrachten Tubulatur in einen passenden Raum geleitet, in welchem es zur beliebigen Verwerthung gebracht werden kann; das entstehende borsaure Natron geht in Lösung, welche man durch Erwärmen des Wassers befördern kann; die erhaltene Lauge wird zum Krystallisiren gebracht.

Das Schwefelwasserstoffgas wird verbrannt und auf Schwefelsäure benutzt, oder durch Behandlung mit gasförmiger Schwefligsäure auf Schwefel verarbeitet. (Annales du Génie civil, Juli 1868, S. 534.)

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