Titel: Hargreaves' Verfahren zur Soda- und Kalifabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 9 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi01_9

Hargreaves' Verfahren zur Soda- und Kalifabrication.

Bei der Sodafabrication nach dem Leblanc'schen Verfahren wird bekanntlich zur Reduction des schwefelsauren Natrons Steinkohle gebraucht. Die diesem Brennmaterial beigemengten Verunreinigungen, welche hauptsächlich aus Schwefelkies, Alaunschiefer, Schiefer und anderen an Kieselsäure und Thonerde reichen Substanzen bestehen, haben einen sehr störenden Einfluß auf den Betrieb. Der Eisen- oder Schwefelkies bildet Eisenoxyd und befördert zugleich die Entstehung von Schwefelnatrium, wodurch die erzeugte Rohsoda verunreinigt und zu vielen Zwecken untauglich wird, während die kieselsaure- und thonerdehaltigen Beimengungen durch die Bildung unlöslicher Natronverbindungen große Verluste verursachen. Eine vor Kurzem patentirte Erfindung von James Hargreaves zu Appleton bei Widnes in England bezweckt die Fabrication von Soda und Kali von gleichmäßig guter und besserer Beschaffenheit als diese Substanzen bisher erzeugt werden konnten. Diesen Zweck erreicht der Genannte durch Anwendung von Steinkohle, welche von den erwähnten Verunreinigungen befreit worden ist und zwar durch eine Aufbereitung der frisch geförderten Kohle (vorzugsweise Kleinkohle) mittelst einer Flüssigkeit, die ein solches specifisches Gewicht besitzt, daß die Kohle in derselben schwimmt, während die schwereren Verunreinigungen zu Boden sinken. Die Kohle wird in diese Flüssigkeit gestürzt, mittelst eines Rechens umgerührt und dann in gereinigtem Zustande ausgezogen. Die Flüssigkeit besteht in einer Lösung von schwefelsaurem Natron oder Schwefelnatrium, wenn die aufbereitete Kohle zur Sodafabrication verwendet werden soll. Das Brennmaterial wird dann nach dem Reinigen mit schwefelsaurem Natron und Kalkstein, entweder in feuchtem oder in trockenem Zustande zusammengemengt und zu Rohsoda verarbeitet. Zur Aufbereitung der für die Kalifabrication bestimmten Steinkohlen benutzt Hargreaves eine Lösung von schwefelsaurem Kali oder Schwefelkalium, und verfährt übrigens ebenso wie bei der Darstellung von Soda. Selbstverständlich läßt sich dieses Verjähren auch zur Reinigung der Steinkohle benutzen, welche bei der Glasfabrication mit dem Glaubersalze benutzt werden soll.(Mechanics' Magazine, August 1868. S. 125.)

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