Titel: Ueber den Entzündungspunkt verschiedener explosiver Stoffe; von Horsley.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 5 (S. 250)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi03_5
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Ueber den Entzündungspunkt verschiedener explosiver Stoffe; von Horsley.

Der Verfasser gibt im Mechanics' Magazine, September 1868, S. 212 ein einaches Verfahren an, nach welchem er die Temperatur ermittelt, wobei die Entzündung verschiedener Pulversorten stattfindet. Ein an einem einfachen Gestell aufgehängtes Quecksilber-Thermometer, das bis zu 650° F. (343° C.) graduirt ist, taucht in ein mit Oel gefülltes Gefäß, welches mittelst eines horizontalen Armes an demselben Gestelle befestigt ist. Auf dem Oele wird eine kleine Schale schwimmend erhalten, welche den Zündsatz oder den explosiblen Stoff enthält. Unterhalb des Oelgesäßes ist ein Gasbrenner angebracht, dessen Flamme mittelst eines Hahnes regulirt werden kann. Das Oel wird also erhitzt und kommt dann in Folge des gleichzeitig dabei erhitzten Zündsatzes der letztere zum Entflammen; das Thermometer gibt so den Entzündungspunkt des explosiblen Stoffes an. Einige Resultate seiner Versuche gibt Horsley wie folgt an: Kanonenpulver entzündet sich bei einer Temperatur von 600° F. (315 5/9° C.); ein Muster von Horsley's Pulver (das bei Capitän Harvey's submarinen Torpedos angewendet wird) entzündete sich bei 430° F. (221 1/9° C.); Schießbaumwolle der besten Sorte, wie sie von Horsley präparirt wurde, entzündete sich bei 325° F. (162 7/9° C.), während eine andere von Prentice für Jagdzwecke präparirte Schießbaumwolle bei 410° F. (210° C.) zur Entzündung kam; Proben von Schultze's Jagdpulver entzündeten sich bei 385° F. (196 1/9° C.). — Mit Recht wird in unserer Quelle bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß bei den vielen Unglücksfällen, welche in der neuesten Zeit durch Explosion von noch nicht genau untersuchten explosiven Substanzen herbeigeführt worden sind, es sehr wünschenswerth sey, das vorliegende oder ein anderes zweckmäßigeres Verfahren als das gebräuchliche, in Anwendung zu bringen, um sich vor der Verwendung von neuen explosiven Verbindungen zu überzeugen, bei welcher Temperatur ihr Entzündungspunkt angenommen werden dürfe.

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