Titel: Neue Methode die Pergamente, die Deck- und Schlagblättchen der Goldschläger zu trocknen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 11 (S. 342–343)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi04_11

Neue Methode die Pergamente, die Deck- und Schlagblättchen der Goldschläger zu trocknen.

Es ist bekannt, daß die aus thierischer Membran bestehenden Blättchen sehr schnell Feuchtigkeit aus der Luft anziehen und daß, wenn das Ausschlagen des Metalles zu Blattmetall mit gutem Erfolg von Statten gehen soll, vor Allem das genannte Geschäftsmaterial vollkommen trocken seyn muß. Die gewöhnliche Weise dasselbe zu trocknen, macht eine öftere Wiederholung des Verfahrens nothwendig, wodurch nicht nur ein größerer Aufwand an Zeit, Arbeit und Brennstoff verursacht wird, sondern die Blättchen auch an Dauerhaftigkeit verlieren. Nach der neuen Trockenmethode erreichen die Blättchen einen weit höheren Grad der Trockenheit, und tragen so zur Darstellung eines feineren Fabricates wesentlich bei.

Das Verfahren, das mit der größten Sicherheit sich ausführen läßt, ist folgendes: Zunächst werden die Blättchen auf die bis jetzt überall noch gebräuchliche Weise erhitzt; nach dem Erhitzen werden sie aber nicht sofort mittelst eines Blasebalges gekühlt, wie dieß nach der alten Methode der Fall ist, sondern sie werden sammt der Presse zuvor noch heiß, und hierin liegt das Eigenthümliche des neuen Verfahrens, unter die Glasglocke einer Luftpumpe gebracht und daselbst, nachdem der Glockenraum nach Maaßgabe des Feuchtigkeitsgrades der Blättchen entweder ganz oder nur zur Hälfte luftleer gemacht worden ist, so lange belassen, als sich noch Feuchtigkeitsbläschen an dem Glase der Glocke bilden. Die Wärme in Verbindung mit dem luftleeren Raume, entziehen den Präparaten die Feuchtigkeit in sehr vollkommenem Grade, in weit höherem Grade, als dieß die Wärme allein an der atmosphärischen Luft thut. Nachdem keine Bläschenbildung mehr wahrnehmbar ist, ist der richtige Grad der Trockenheit der Blättchen eingetreten und werden diese nun aus der Glocke herausgenommen, um wie gewöhnlich vollends rasch gekühlt zu werden. Will der Hammer nicht mehr recht Wirken, so erwärmt man die Presse, bringt sie hierauf kurze Zeit unter die Glasglocke der Luftpumpe und von da, ohne vorher zu kühlen, unmittelbar wieder unter den Hammer. So erhält die Arbeit einen weiteren günstigen Fortgang. (Bayerisches Kunst- und Gewerbeblatt, 1868 S. 617.)

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