Titel: Ueber Klärung des Honigs; von Adelbert Geheeb in Geisa.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 14 (S. 344)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi04_14

Ueber Klärung des Honigs; von Adelbert Geheeb in Geisa.

Das hier folgende, meines Wissens noch sehr wenig bekannte Verfahren gibt in außerordentlich kurzer Zeit ein so überraschend schönes Resultat, daß ich mit der Mittheilung dieser Methode nicht zögern will, — ich meine die Reinigung des Honigs mir weißem Bolus. Zwei Theile Landhonig werden zu dem Ende in einem verzinnten Kessel mit 3 Theilen Brunnenwasser bis zum Sieden erhitzt, dann wird auf je 1 Pfund (Zollpfund) Honig, 1 Unze weißer Bolus mit Wasser zu einem zarten Brei angerieben, allmählich und unter Umrühren zugesetzt. Die Mischung wird 2 bis 3 Minuten im Sieden erhalten, dann wird der Kessel vom Feuer entfernt, einen Augenblick der Ruhe überlassen und abgeschäumt. Nun kommt die noch heiße Flüssigkeit auf einige Filter von starkem, weißem Filtrirpapier; sie läuft fortwährend im Strahl, selbst gegen das Ende hin, und ist von tadelloser Klarheit. In Porzellanschalen wird im Dampfbade der Honig eingedickt.

Ich verdanke obige Methode, die mir seit sieben Jahren die trefflichsten Dienste geleistet, meinem Freunde Adolph Anthes aus Meißenheim, der sie, wenn ich nicht irre, irgendwo in der Schweiz von einem alten Prakticus erlernt hat. So habe ich z. B. kürzlich 10 Zollpfund Honig in Zeit von 2¼ Stunden geklärt und vollständig filtrirt.

Auch der schlechteste amerikanische Honig, auf diese Weise behandelt, gibt ein herrliches Präparat von außerordentlicher Klarheit. — Dabei sey jedoch bemerkt, daß der amerikanische (gereinigte) Honig in der Kellertemperatur schon nach wenig Tagen zu erstarren beginnt; es setzen sich weiße, warzenförmige Zuckerklümpchen an den Wänden und auf dem Boden des Gefäßes ab, immer mehr überhandnehmend, bis endlich der Honig einer weißen Masse von Salbenconsistenz gleicht, die mit einem Spatel aus dem Gefäß herausgenommen werden muß. — Durch Erwärmen, Einstellen in heißes Wasser, erlangt jedoch der Honig seine ursprüngliche Beschaffenheit wieder. (Archiv der Pharmacie, Bd. CLXXXV S. 244.)

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