Titel: Ueber Hoppe's Patentschloß; von Professor Oelschläger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 2 (S. 338)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi04_2

Ueber Hoppe's Patentschloß; von Professor Oelschläger.

Die kunstreichen englischen und amerikanischen Schlösser von Brahma u. A., welche im Jahr 1852 auf der Londoner Welt-Ausstellung die Aufmerksamkeit der Sachverständigen in so hohem Grade in Anspruch nahmen, veranlaßten die Herren Karmarsch und Kessels in technischen Journalen die Frage anzuregen, ob nicht ein Schloß construirt werden könne, das mit der Brauchbarkeit und Solidität die größte Einfachheit vereinige. Das neulich von Hofschlosser F. Hoppe in Stuttgart construirte und am 20. Juli 1868 patentirte Schloß ist nun ein solches. Es unterscheidet sich von anderen Schlössern wesentlich dadurch, daß es ohne Feder arbeitet, im Kasten einen einzigen starken Stift trägt und aus nur drei beweglichen Stücken besteht: der Nuß, der Zuhaltung und der Falle. Die einzelnen stücke sind so solid, daß wohl nie eine Störung oder Beschädigung derselben möglich ist; dennoch ist die zur Bewegung nöthige Kraft eine sehr geringe und daher kaum eine Abnutzung des Schlüssels und anderer Theile denkbar. Das Schloß kann auch bei gleicher Construction ohne Drücker zu Glasthüren, Hausthüren etc. gebraucht werden. Bei dieser Einfachheit der Construction kommt das Schloß so billig, daß es, bei gleicher äußerer Ausstattung und bei fabrikmäßiger Verfertigung — da es kaum den dritten Theil der Arbeit erfordert — um den halben Preis der gewöhnlichen Fabrikschlösser hergestellt werden kann, das Gleiche leistet und ungleich solider construirt ist, was dasselbe namentlich für Bauunternehmer besonders empfehlenswerth macht. Für die Fabrication möchte sich auch der Umstand empfehlen, daß die gleichen Stücke nach rechts und links gebraucht werden können.

Diese Beurtheilung des Hoppe'schen Patentschlosses ist auf schriftliche Gutachten anerkannt tüchtiger Meister in diesem Fach gegründet. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1868, Nr. 45.)

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