Titel: Fluorkalium als Reagens auf Berlinerblau und gewöhnliche Gallustinte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 7 (S. 341)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi04_7
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Fluorkalium als Reagens auf Berlinerblau und gewöhnliche Gallustinte.

Hat man einen blau gefärbten Stoff vor sich, und man möchte die Beschaffenheit der angewandten Farbe kennen, ob es Indigo, Anilinblau oder Berlinerblau ist, so läßt sich, nach Nicklès, die letztere Farbe mittelst Fluorkalium auf das Leichteste constatiren; auf die beiden ersteren Pigmente ist nämlich das Fluorkalium ohne Wirkung, berührt man aber den blau gefärbten Stoff mit dem Stöpsel eines Fläschchens, welches die Lösung vom Fluorkalium enthält und leitet einen Strahl von Wasserdampf auf die befeuchtete stelle, so wird das sofortige Entstehen eines weißen Fleckens die Gegenwart von Berlinerblau anzeigen, welches durch Fluoralkalien zersetzt wird. Die Erzeugung eines solchen weißen Fleckens gibt uns zugleich ein Beispiel, das Berlinerblau von einem gefärbten Stoffe ganz hinwegzunehmen, was vielleicht auch beim Zeugdruck wird vortheilhaft benutzt werden können.

Hätten Fälscher Schriftzüge auf einem Papier mit zwei verschiedenen Tinten, und zwar mit der modernen, aus Indigcarmin bereiteten und der gewöhnlichen Galläpfeltinte hergestellt, so braucht man das beschriebene Papier nur in eine angesäuerte Lösung von Fluorkalium zu tauchen oder damit zu benetzen, um sogleich die mit Galläpfeltinte erzeugten Schriftzüge verschwinden zu sehen, während die mit der modernen Tinte hergestellten Schriftzüge eine um so mehr verrätherische Färbung annehmen, als sie röther werden.

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