Titel: Verfahren, auf den aus Chinagras gewebten Stoffen, nachdem sie gefärbt sind, den ursprünglichen Glanz wieder zu erzeugen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 9 (S. 430)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi05_9

Verfahren, auf den aus Chinagras gewebten Stoffen, nachdem sie gefärbt sind, den ursprünglichen Glanz wieder zu erzeugen.

Wenn Stoffe, welche aus Chinagras oder aus Chinagras und Baumwolle gewebt sind, gefärbt werden, so verlieren sie durch die mit den Färbeprocessen verbundene Behandlungsweise ihren Lüster, welcher auffallend an die Seide erinnert und den sie dem natürlichen Glanz der Chinagrasfasern verdanken. Die gefärbten und getrockneten Stoffe erscheinen auf ihrer Oberfläche matt, zusammengegangen, gerieft. Um diese Uebelstände zu vermeiden, wendet Botterill folgendes Mittel an: Zunächst nimmt er in einer mit einem Rollenapparat ausgerüsteten Kufe die Stoffe durch ein heißes Seifenbad, indem er dabei sorgfältig auf die Vermeidung jeder Falte Acht hat; nach diesem Seifenbade gibt er gründliche Reinigungsbäder, worauf schließlich die Stoffe in einer Kammer aufgehängt werden, in welcher man Schwefel verbrennt. Die in die Fasern der Stoffe eingedrungenen Schwefeldünste, welche schweflige Säure mit sich führen, haben im Verein mit dem Seifenbade eine doppelte Wirkung, zunächst die, daß die gefärbten Stoffe mindestens denselben Glanz und dieselbe Glätte zeigen, welche sie vor dem Färben hatten, und zweitens die, daß die schweflige Säure, indem sie sich zu Schwefelsäure oxydirt und dadurch sich zu einem Mordant umbildet, namentlich zur Befestigung der Anilinfarbe wesentlich beiträgt. (Le Technologiste, August 1868 S. 586; polytechnisches Centralblatt, 1868 S. 1405.)

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