Titel: Handelsnamen der flüchtigeren Destillationsproducte des Petroleums.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 11 (S. 499)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi06_11
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Handelsnamen der flüchtigeren Destillationsproducte des Petroleums.

Die flüchtigeren Destillationsproducte des Petroleums werden im Handel mit sehr verschiedenen Namen bezeichnet. Rhigolene ist der flüchtigste Bestandtheil, und wird namentlich in Amerika als Anaestheticum benutzt. Eine Probe gerieth bei 30° C. in lebhaftes Sieden. Petroleumäther, welcher ueben den flüchtigsten auch eine geringe Menge minder flüchtiger, bei 90° C. übergehender Kohlenwasserstoffe enthält, wird namentlich als Einreibmittel bei rheumatischen und gichtischen Schmerzen verwendet. Petroleumbenzin heißen die zwischen 80 und l20° C. destillirenden Bestandtheile des Petroleums, sie lösen Fette reichlich auf, und werden wie das eigentliche Benzin als Fleckwasser benutzt. Von Hirzel in Plagwitz werden zwei Sorten Petroleumbenzin in den Handel gebracht, die zwischen 180° und 120° sieden. Ein von E. de Häen u. Comp. (chemische Fabrik in List vor Hannover) in den Handel gebrachtes Petroleumbenzin, welches sich namentlich dadurch auszeichnet, daß es einen sehr schwachen, nicht unangenehmen Geruch besitzt, siedet schon zwischen 60° und 80° C. Ligroin ist in der Regel ein Gemenge derjenigen Kohlenwasserstoffe, welche die verschiedenen Sorten der im Handel vorkommenden Petroleumbenzine bilden, und dann durch Rectification in letztere zerlegt werden. Gasolene oder Kerosolene sind Sorten des flüchtigsten Petroleumbenzins, welche mit besonderer Sorgfalt von den schweren flüchtigen Antheilen befreit werden. Künstliches Terpenthinöl enthält meist diejenigen Kohlenwasserstoffe, welche zwischen 120° und 150° destilliren. Es ist zu schwer flüchtig, um als Fleckwasser verwendet zu werden, und zu leicht entzündlich, um als Leuchtöl zu dienen. Man braucht es zum Verdünnen des Leinölfirnisses, auch zum Reinigen der Buchdruckerlettern. Da es indessen Harze (Dammar, Copal etc.) nicht auflöst, so wird seine Anwendung als Surrogat des Terpenthinöls immer eine beschränkte bleiben. (Journal für Gasbeleuchtung, 1868 S. 412.)

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