Titel: Anwendung des Holztheeres in der Färberei, nach Lefort.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 12 (S. 499)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi06_12

Anwendung des Holztheeres in der Färberei, nach Lefort.

Pettenkofer hat im Jahre 1851 bemerkt, daß der Holzessig sich violett färbt, wenn man ihn mit Ammoniak und Eisenchlorid zusammen bringt. Pauli zeigte, daß diese Färbung davon herrührt, daß der Holzessig eine der Pyrogallussäure ähnliche Säure enthält, und Buchner erkannte diese Säure als Oxyphensäure.

Lefort hat die von diesen Chemikern beobachtete Färbung in der Färberei und Druckerei anwendbar zu machen gesucht. Der Holztheer enthält nach ihm ungefähr 1 Proc. Oxyphensäure, welche durch Wasser leicht daraus ausgezogen werden kann. Das Theerwasser nimmt, wenn man Eisenchlorid hinzufügt, sogleich eine schmutzig grüne Farbe an, welche auf Zusatz von Kali oder Ammoniak in Violett übergeht.

Das oxyphensaure Eisen welches sich auf diese Weise bildet, fixirt sich auf den vegetabilischen und noch besser auf den animalischen Faserstoffen, welchen es, mit oder ohne Anwendung eines Alkali, eine sehr schöne und dauerhafte aschgraue Farbe ertbeilt.

Um zu färben, beizt man den Faserstoff zunächst mit einer Lösung von 1 Th. Eisenchlorid in 20 Th. Wasser und bringt ihn dann in Theerwasser, welches durch Behandeln von 1 Th. Holztheer mit 10 Th. Wasser bei 70° C. bereitet wurde; nachdem er einige Stunden lang in dem Theerwasser verweilt hat, wäscht und seist man ihn. (Moniteur scientifique, 1868 S. 649: polytechn. Centralblatt, 1868 S. 1470.)

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