Titel: Ueber verbesserte Korkstöpsel, von H. Dufrené.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 14 (S. 500)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi06_14

Ueber verbesserte Korkstöpsel, von H. Dufrené.

Die Beschaffung fehlerfreier Korke ist für die Fabrikanten moussirender Weine sehr schwierig. Dieser Gegenstand ist für sie von großer Wichtigkeit, weil von der Qualität des Korkes die verhältnißmäßige Zahl der Flaschen abhängt, welche auslaufen, und welche nicht nur einen Verlust an Flüssigkeit bedingen, sondern auch einen Verlust an Geld, da das Auslaufen oft in den Verkaufsniederlagen stattfindet, nachdem die Kosten des Transportes und der Verzollung fchon bezahlt sind. Die Ursache davon ist die Ungleichheit der Widerstandsfähigkeit des Korkes in verschiedenen Richtungen. Der Korkstöpsel verkürzt sich, wenn man ihn in der Richtung seiner Länge zusammendrückt, viel weniger, als er sich verschmälert, wenn man ihn in der Richtung seines Durchmessers preßt. Wenn man nun einen Stöpsel aus mehreren Korkstücken, deren Fasern sich kreuzen, zusammensetzt, so muß dadurch die Schwierigkeit überwunden werden.

Das von dem Erfinder angegebene, hierauf beruhende Verfahren ist folgendes: In dem unteren Theile des Stöpsels, welcher die passende Größe hat, bildet man eine Höhlung von solcher Tiefe, daß sie der Länge des Theiles, welcher bei der Benutzung des Stöpsels in den Hals der Flasche eindringt, gleich kommt. Die Oeffnung füllt man mit zwei in der Richtung der Fasern geschnittenen Korkscheiben in der Art aus, daß die Fasern dieser beiden Scheiben sich kreuzen. Die drei Korkstücke werden mittelst einer Auflösung von Kautschuk in einem flüssigen Kohlenwasserstoffe zusammengeleimt.

Diese Arbeiten lassen sich mittelst ganz einfacher Wertzeuge leicht ausführen. Da die erforderlichen Korkstücke sehr klein sind, so sind sie leicht und wohlfeil zu beschaffen, und der Preis des Stöpsels wird durch diese Herstellungsweise nur wenig erhöht. Bloß für den Champagner wird die Einführung dieses Verfahrens eine Ersparniß bedingen, welche sich jährlich nach Hunderttausenden von Franken beziffern wird. (Annales du Génie civil, October 1868, S. 742.)

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