Titel: W. Thompson's Verfahren, gußeiserne Gegenstände mit schmiedeeisernen Gerippen zu versehen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1868, Band 190/Miszelle 3 (S. 494)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj190/mi190mi06_3
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W. Thompson's Verfahren, gußeiserne Gegenstände mit schmiedeeisernen Gerippen zu versehen.

Bekanntlich wird eine Menge Gußwaaren dargestellt, deren Bestimmung eigentlich eine etwas größere Festigkeit erfordert, als auf dem Gußwege erzielt werden könnte.

Die Darstellung in Schmiedeeisen oder schmiedbarem Guß macht ihre Fabrication so theuer, daß man vorgezogen hat, etwas mehr Gußeisen in die Gegenstände zu bringen, um sie in Bezug auf Festigkeit und genügende Solidität befriedigend herzustellen. Schon wiederholt kam man auf den Gedanken, ein festeres Material in das Gußeisen einzugießen und namentlich die hauptsächlichsten Bruchrichtungen dadurch zu verstärken; alle Versuche der Art scheiterten fast immer an der Schwierigkeit, eine innige Verbindung zwischen dem flüssigen Gußeisen und dem eingelegten Gerippe jener festeren Substanz zu erzielen.

Von allen Körpern ist Schmiedeeisen derjenige, welcher am leichtesten zu erhalten ist und auch am ehesten in die passendste Form gebracht werden kann, welche ein solches Gerippe stets haben muß; es verdient deßhalb ein Verfahren, welches darauf ausgeht, das Schmiedeeisen in Gußeisen fest zu gießen, die Aufmerksamkeit sämmtlicher Techniker. Ein solches ist das in einer Notiz des Mechanics' Magazine, 1868, vol. LXXXIX p. 352 erwähnte, Hrn. W. Thompson zu Canningtown (Essex) patentirte Verfahren. Dasselbe besteht im Wesentlichen darin, schmiedeeiserne Anker, Stäbe und Ringe in diverse Gußwaaren einzugießen, indem diese Theile, in blank geätztem oder geputztem Zustande zunächst in einem Bade von flüssigem Roheisen so lange eingetaucht werden, bis sie sich mit einer fest anhängenden Schale von Gußeisen bedeckt haben. Dann erst legt man sie in die Formen ein und umgießt sie mit dem zum Abguß bestimmten Gußeisen. Es bildet sich dann ein inniger Zusammenhang, den wir nicht bezweifeln, sobald nur das Verhältniß der Masse des Gusses zum eingelegten Ankerstab der Art ist, daß die Wärmemenge des Gusses hinreicht um in kürzester Zeit, d. h. vor dem Erstarren desselben, die Rinde des Ankerstabes aufzuweichen.

In diesem Fall allein ist von einem Gelingen der Operation die Rede, während sonst das Resultat des Verfahrens ein bedeutend schlechteres seyn würde als ohne die Anwendung des Ankerstabes. Sobald man es möglich machen kann, den Ankerstab in glühendem Zustand in die Form zu bringen, diese rasch zu schließen und nun ungesäumt zum Guß zu schreiten, ist das Gelingen weit weniger in Zweifel. Dazu wären, um zeitraubende Belastung zu ersparen, besonders construirte Formkästen erforderlich und auch die Eingüsse müßten in anderer Weise aufgesetzt werden als bisher. Doch verdient die Methode von den Fabrikanten kleiner Maschinen geprüft zu werden. (Berggeist, 1868, Nr. 97.)

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