Titel: Rammelsberg, über den Siliciumgehalt des Aluminiums.
Autor: Rammelsberg, C.
Fundstelle: 1869, Band 191, Nr. XI. (S. 58–59)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj191/ar191011

XI. Ueber den Siliciumgehalt des Aluminiums; von C. Rammelsberg.

Aus den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft zu Berlin, 1868, Nr. 17 u. 18.

Es ist bekannt genug, daß das käufliche Aluminium stets von Silicium und Eisen verunreinigt ist. Man hat bis 0,7 Proc. Silicium und 4,6 bis 7,5 Proc. Eisen, in Aluminiumdraht 3,7 Silicium und 1,6 Eisen gefunden. In Aluminiumblatt habe ich selbst 2,94 Proc. Eisen nachweisen können.

Als ich das Metall aus Kryolith und Natrium im Porzellantiegel darstellen ließ, war ich erstaunt über den hohen Siliciumgehalt des Präparates. Es hatte ein spec. Gew. = 2,619 und hinterließ beim Auflösen in Chlorwasserstoffsäure einen ansehnlichen schwarzen Rückstand, der beim Glühen an der Luft sich nicht oxydirte, und durch Glühen mit kohlensaurem Alkali analysirt wurde. Bei einem Versuche mit 1,71 Grm. eines solchen Aluminiums wurde zugleich die saure Auflösung und das entweichende Gas auf Silicium geprüft. Das Resultat war:

|59|
Silicium im Rückstande 9,55 Proc.
„ in der Auflösung 0,17 „
„ im Wasserstoffgas 0,74 „
–––––––––
10,46 Proc.

Bei einer anderen Probe betrug der schwarze Rückstand, den das Aluminium in Salpetersäure hinterließ, 13,9 Proc.

Indessen ist der Siliciumgehalt bei dieser Art der Darstellung nicht immer so groß. Eine später untersuchte Probe ergab:

Silicium im Rückstande 1,85 Proc.
„ in der Auflösung 0,12 „
„ im Wasserstoffgas 0,58 „
––––––––
2,55 Proc.

Alle diese Proben waren auf Schnitt- und Bruchflächen rein silberweiß, ohne Spur von Einmischungen, und die letzte war auf der Oberfläche sehr krystallinisch in der Art, die man gestrickt nennt.

Das Silicium scheint sich ähnlich dem Kohlenstoff im Roheisen etc. zu verhalten, und nur der Theil, der in Auflösung geht oder als H⁴Si entweicht, chemisch gebunden zu seyn, während der sich abscheidende schwarze Antheil, dem Graphit entsprechend, des weißen homogenen Ansehens vom Aluminium ungeachtet, nur beigemengt seyn kann.

Die relativen Mengen beider sind im ersten Versuch = 1 : 10,5, im zweiten = 1 : 2,64.

Die Darstellung von reinem Aluminium dürfte noch ein Problem seyn.

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