Titel: Kittoe und Brotherhood's Dampfmaschine und Dampfpumpe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 191, Nr. XCII. (S. 440–442)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj191/ar191092

XCII. Dampfmaschinen- und Dampfpumpen-System von Kittoe und Brotherhood in London.116)

Nach dem Mechanics' Magazine, December 1868, S. 501.

Mit Abbildungen auf Tab. IX.

I. Die Dampfmaschine (Paragon Steam engine).

Diese kleine, äußerst compendiöse Maschine von sechs Pferdekräften ist in Fig. 6 und 7 dargestellt; sie dürfte dort Anwendung finden, wo des beschränkten Raumes wegen die Aufstellung einer Dampfmaschine von größerer Nutzleistung nicht möglich ist und wo auch der billige Anschaffungspreis dieser Maschine in's Gewicht fällt.

Mit dem Kolben K (Fig. 6) ist ein V förmig ausgeschnittener Gleitbacken B verbunden, in welchem die Kolbenstange S oscillirt und durch die Verbindung mit der Kurbelwarze w an der Scheibe x der Hauptwelle diese bei dem Auf- und Niedergang des Kolbens in drehende Bewegung versetzt, welche durch die Riemenscheibe V übertragen wird. Zur Ausgleichung der Unregelmäßigkeiten der Bewegung dient das Schwungrad W.

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Die Theile S, w und x arbeiten in dem mit dem Cylinder dicht verbundenen Gehäuse H, in welches seitlich durch die Stopfbüchse l, die Schwungradwelle eintritt.

Der Steuerungsschieber wird von der Scheibe y auf und ab bewegt; es greift nämlich der an dem Ende der Schieberstange t sitzende Stift z in eine excentrisch eingeschnittene Nuth der bezeichneten mit V in Einem gegossenen Scheibe.

Um den Dampfraum oberhalb dem Kolben zu verringern, also Dampf zu sparen, ist der erwähnte V förmig ausgeschnittene Backen B eingeschaltet, immerhin bleibt der schädliche Raum bedeutend.

II. Die Dampfpumpe (Paragon Steam pump).

Eine ganz nützliche Verbindung der beschriebenen Dampfmaschine mit einer Pumpe ist in den Figuren 814 dargestellt.

Fig. 8 und 9 zeigen eine einfach wirkende Dampfpumpe; die Theile der Dampfmaschine sind wie oben bezeichnet. Die weitere Anordnung ergibt sich deutlich aus den Figuren selbst.

Figur 10 und 11 zeigen zwei Ansichten einer größeren doppelt wirkenden Dampfpumpe, deren Leistung je nach der Größe pro Stunde 3000–10000 Gallons betragen soll.

Der Pumpenkolben ist an die verlängerte Kolbenstange befestigt, welche dicht durch die obere Pumpenplatte durchgeht. E bezeichnet das Saugrohr, A das Druckrohr, G ist der Ventilkasten; man kann nach dem Aufschrauben der sechs Schrauben s (Fig. 11) zu den Ventilen gelangen, also leicht revidiren, resp. repariren.

Die Anordnung der Ventile und die Verbindung des Ventilkastells mit dem Pumpencylinder dürfte die in den Skizzen Fig. 12, 13 und 14 dargestellte seyn.

Fig. 12 zeigt im Grundriß den Pumpencylinder P und den Kasten G, dessen obere Wand weggedacht ist, so daß die Druckventile d und d₁ sichtbar werden, während die beiden Saugventile s und s₁ von der ersteren verdeckt sind.

In Figur 13 stehen zwei radiale Schnitte neben einander; I ist der Schnitt zu den linksseitigen, II jener zu den rechtsseitigen Ventilen; denkt man sich die vordere Deckplatte des Kastens G entfernt, so erscheint die Ansicht welche in Fig. 14 skizzirt ist.

Der obere Schlitz a im Pumpencylinder steht mit a₁ ebenso b mit b₁ in Verbindung.

Geht somit der Pumpenkolben nach abwärts, so steigt das Wasser aus E durch das Ventil s nach, während es unterhalb demselben durch |442| d' nach dem Druckrohre A und von diesem an die gewünschte Stelle geleitet wird. Umgekehrt wenn der Kolben steigt, so tritt das Wasser aus E durch das Ventil s₁ nach, geht aber durch a, a₁ und d zum Druckrohre A.

J. Z.

Die Constructeure bezeichnen diese Systeme als „Mustermaschinen“ (paragon engines).

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