Titel: Ueber den Einfluß des Lichtes auf Mineralöle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 191/Miszelle 7 (S. 173–174)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj191/mi191mi02_7

Ueber den Einfluß des Lichtes auf Mineralöle.

Nach einem Vortrag, den Director Grotowsky in der Versammlung des Vereines für Mineralölindustrie in Halle a. S. über den Einfluß des Lichtes auf Mineralöle hielt, haben letztere die Eigenschaft unter Einwirkung des Lichtes sich mit Sauerstoff der Luft zu beladen und diesen in Ozon umzuwandeln, ohne sich gerade chemisch damit zu verbinden, indem sie dieses wieder leicht auf andere Körper übertragen. Selbst in gut verschlossenen, mit Mineralöl gefüllten Glasballons wird durch Einwirkung des Lichtes die mitenthaltene Luft ozonisirt. Bei Verschiedenheit der Farben des Glases ist die Einwirkung des Lichtes auch eine verschiedene und hat Grotowsky bei seinen drei Monate andauernden Beobachtungen Folgendes gefunden:

  • 1) Photogen und Solaröl, in eisernen Bassins oder Barrels gelagert, blieben frei von Ozon und brannten tadellos. Farbe der Oele unverändert.
  • 2) Photogen und Solaröl, in weißen Ballons mit Stroh verwickelt aufbewahrt, zeigten Spuren von Ozon, die Oele brannten aber noch gut. Die Farbe des Oeles, sowie der Korkspunde war wenig verändert.
  • 3) Photogen und Solaröl in schwarz angestrichenen weißen Ballons zeigten Spuren von Ozon. Die Oele waren in Farbe noch weniger verändert als bei Probe 2. Die Korkspunde waren nicht gebleicht.
  • 4) Solaröl und Photogen, in unverwickelten weißen Ballons im Freien aufbewahrt, zeigte sich sehr stark ozonhaltig, brennt ganz schlecht, der Docht verkohlt und die Flamme erlischt nach 6–8stündigem Brennen fast ganz. Das Solaröl ist in Farbe kräftig gelb geworden und zeigte eine Zunahme von 0,003 im spec. Gewicht.
  • 5) Solaröl in grünen Ballons unverwickelt dem Lichte ausgesetzt, ist nach 3 Monaten stark ozonhaltig, brennt aber noch ganz gut, obwohl der Docht verkohlt. Die Farbe des Oeles ist sehr wenig verändert.
  • 6) Solaröl in grünen Ballons, die schwarz angestrichen, ist ozonhaltig geworden, brennt aber gut.
  • 7) Solaröl in grünen Ballons, mit Stroh verwickelt, zeigt Spuren von Ozon, brennt jedoch tadellos. Die Farbe des Oeles ist schwach gelblich geworden.
  • 8) Amerikanisches Petroleum, in weißen Ballons unverwickelt dem Lichte ausgesetzt, ist äußerst ozonhaltig geworden und brennt fast gar nicht. In Farbe ist das Oel stark verändert – kräftig gelb gegen weißblau. Das spec. Gewicht hat sich hier um 0,005 erhöht.
  • 9) Amerikanisches Petroleum, im dunkeln Raum resp. zerstreutem Tageslicht aufbewahrt, ist ozonfrei und im Brennen gut geblieben.
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Die Dauer der speciellen Beobachtung der Oele war, wie schon erwähnt, 3 Monate, vom April bis Juli 1868. Bei den stark ozonhaltig gewordenen Oelen ist der Geruch ein vollständig veränderter und sind die Korkspunde wie durch Chlor gebleicht, während die bei Oelen, welche nur Spuren von Ozon halten, unverändert geblieben sind. (Journal für Gasbeleuchtung, 1868 S. 498.)

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