Titel: Die patentirte Garndruckmaschine von C. Werner, Druckfabrikant in Glauchau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 191/Miszelle 4 (S. 341–342)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj191/mi191mi04_4

Die patentirte Garndruckmaschine von C. Werner, Druckfabrikant in Glauchau.

Diese Maschine bezweckt das Bedrucken von Stückgarnen (Garne in Strähnen) und ist namentlich im Vergleich zu den Walzendruckmaschinen als vollkommen in ihrer Art zu bezeichnen.

Anfänglich bestanden alle Operationen des Garndruckes in Handarbeit, später kam der Druck mit Walzen auf und hieran reihte sich die Anwendung der Walzendruckmaschine. Letztere hat allerdings den Vortheil, daß sie schnell arbeitet und viel leistet, im Uebrigen aber ist ihre Anwendung eine nur beschränkte, oder, wie man will, eine sehr kostspielige, weil jedes hervorzubringende neue Muster die Herstellung neuer Druck- oder Musterwalzen bedingt, wodurch dem Druckfabrikanten bedeutende Unkosten verursacht werden.

Die Hervorbringung möglichst vieler Muster ist aber beim Garndruck eine Hauptsache und diesen Zweck, der durch die seitherigen Walzendruckmaschinen nur in mangelhafter Weise verfolgt werden konnte, erreicht die neue Werner'sche Garndruckmaschine auf's Vollkommenste.

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Diese Maschine weicht vom Principe der Walzendruckmaschine gänzlich ab und ihr Druckverfahren gründet sich eigentlich auf das ursprüngliche Operiren mit der Hand. Sie besitzt daher keine Walzen, sondern einfache Druckformen, die, gewöhnlich aus Holz, zuweilen auch aus Metall hergestellt, sofort und ohne Umstände ausgewechselt werden können und deren Anfertigung keine erheblichen Kosten verursacht. Jedes beliebige Muster kann auf dieser Maschine in der kürzesten Zeit hergestellt werden und wenn es sich um geradlinige Streifen handelt, so ist mit einer und derselben Form allein, schon durch Stellung gewisser Theile der Maschine, eine zahllose Abwechselung in Breite und Entfernung der Streifen hervorzubringen, wodurch es ermöglicht wird, daß die Kosten der Formen, dem Handdrucke gegenüber, höchstens den vierten Theil betragen.

Keine der bisher benutzten Maschinen vermag eine solche Einrichtung nachzuweisen und in letzterer besteht der wesentlichste Vortheil gegenwärtiger Neuerung.

Zur Bedienung genügt ein gewöhnlicher Arbeiter – ein gelernter Drucker ist durchaus nicht erforderlich.

Die Maschine arbeitet bei gleichmäßigem guten Druck ganz selbstständig und kann mit der Hand oder auch durch Elementarkraft betrieben werden; im ersteren Falle befindet sich auf der Hauptwelle eine Kurbel, während sie im anderen Falle mit einem Rädervorgelege und Fest- und Losscheibe versehen ist. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit ist anzunehmen, daß die neue Maschine bei flotter Bedienung wenigstens noch einmal so viel fertig macht, als ein tüchtiger Drucker.

Noch sey bemerkt, daß die fragliche Maschine auch für Rahmendruck eingerichtet ist, welcher bekanntlich für gewisse Muster mit großem Vortheile gebraucht wird.

Die Anfertigung der patentirten Garndruckmaschine, deren Preis sich auf 250 Thlr. stellt, hat Hr. Maschinenfabrikant Richard Hartmann in Chemnitz übernommen.

Die Unterzeichneten, welche das Werner'sche Patent käuflich an sich gebracht haben, sichern die beste Ausführung der ihnen ertheilten Aufträge zu.

Lachmann und Breuninger in Glauchau.

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