Titel: Schwarzfärben des Handschuhleders.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 191/Miszelle 9 (S. 421–422)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj191/mi191mi05_9

Schwarzfärben des Handschuhleders.

Man sättigt eine verdünnte Auflösung von doppelt-chromsaurem Kali mit Potasche, bis die Lösung nur noch ganz schwach orange und beinahe rein gelb erscheint.

Mit Hülfe eines Schwammes trägt man dann die so hergestellte Lösung auf die Seite des Leders auf, welche schwarz gefärbt werden soll.

Andererseits bereitet man eine Abkochung von 4 Pfd. Blauholz, 4 Pfund Gelbholz und 3 Pfd. Fustikholz in 20 Quart Wasser.

Das so hergestellte stark gefärbte Decoct wird klar filtrirt. Das wie vorher angegeben mit chromsaurem Kali imprägnirte Leder läßt man ein wenig trocknen, daß die Lösung gut einzieht, breitet es dann auf einem Tisch glatt aus und trägt nun das Decoct so lange auf, bis das Leder ein tief dunkles Schwarz angenommen hat.

Man legt nun das Leder noch einmal zum Trocknen hin, das man aber nur so weit gehen läßt, daß sich die Häute noch feucht anfühlen, und bringt sie dann in eine sehr concentrirte Lösung von Marseiller Seife, welche man vorher in der Weise hergestellt hatte, daß man Marseiller Seife in ihrem gleichen Gewichte Wasser löste und dann zwei Drittel vom Gewicht der Seife an Oel hinzufügte. Das Eintauchen in diese Flüssigkeit dient nicht allein dazu, dem Leder seine Weichheit zu erhalten, sondern gibt der schwarzen Farbe auch einen eigenthümlichen Glanz, ohne welche dieselbe matt und wenig glänzend wäre.

Diese Art zu färben kann auch auf fertige Handschuhe Anwendung finden. In |422| diesem Falle werden die Handschuhe auf geeigneten Formen aufgespannt und so mit den oben angegebenen Lösungen imprägnirt. (Musterzeitung, 1868, Nr. 23.)

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