Titel: Bleichseife; von Dr. Th. Werner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 191/Miszelle 9 (S. 506–507)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj191/mi191mi06_9

Bleichseife; von Dr. Th. Werner.

Im vorigen Sommer wurde ich von einem Strohhutfabrikanten ersucht, ihm eine Seife zu bereiten, mit welcher er gelb gewordene Strohhüte bleichen könne. Nach einigen mißglückten Versuchen habe ich nachstehende Vorschrift als praktisch nicht nur zum Bleichen für Strohhüte, sondern auch für wollene Stoffe und Seide gefunden.

Ich bereitete mir eine gute Natronseife, wozu ich die Vorschrift aus der preußischen Landespharmacopoe entnahm, welche Vorschrift in den berühmtesten Pharmacopöen genau enthalten ist; die so dargestellte Seife schied ich mit Kochsalz ab und setzte ihr 1/4 ihres Gewichtes fein zerriebenes schwefligsaures Natron, welches ich vorher mit etwas Wasser zu einer homogenen Masse angerieben hatte, hinzu und trocknete hierauf die in dieser Weise präparirte Seife, wie dieß gewöhnlich zu geschehen pflegt. Bei Anwendung dieser Seife ließ ich dieselbe mit gleichen Gewichtstheilen Wasser übergießen und setzte aus je 2 Pfund Seife 1/2 Unze Salmiakgeist zu. Nachdem das Ganze ein gallertartige Form angenommen hatte, wurde 1 Theil dieser Masse in 8 Theilen warmen Wassers gelöst. In dieser Seifenlösung wurden die zu bleichenden Gegenstände mittelst einer Bürste gewaschen, hierauf noch feucht in ein mit Salzsäure angesäuertes Wasser (25 Theile Wasser, 1 1/2 Theile Salzsäure) gebracht, und in dieser Flüssigkeit 2 Stunden lang liegen gelassen, hierauf mit frischem kalten Wasser gewaschen und trocknen gelassen. Alle die Versuche, welche ich anstellte, lieferten ein äußerst |507| günstiges Resultat, so daß ich diese Seife sowohl ihrer ausgezeichneten Wirkung wegen, als auch wegen ihrer leichten Darstellungsweise nicht genug empfehlen kann. (Pharmaceutische Zeitschrift für Rußland, 1868 S. 815.)

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