Titel: Verwendung von sogenanntem Hartgummi für Maschinentheile; von Professor O. Beylich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 1 (S. 87–88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi01_1

Verwendung von sogenanntem Hartgummi für Maschinentheile; von Professor O. Beylich.

Der gehärtete Kautschuk, welcher besonders zur Fabrication von Kämmen, aber auch zur Herstellung noch zahlreicher anderer Gebrauchsartikel, ausgedehnte Anwendung findet, hat sich auch als Material für gewisse Maschinentheile ausgezeichnet bewährt.

Ein mit befreundeter, intelligenter Fabrikant von Nähmaschinen31) verarbeitet dasselbe seit einem Jahre mit dem befriedigendsten Erfolge. Derselbe fertigt daraus gerade solche Theile, welche bei Verwendung von Metallen der Abnutzung durch Anfressen am stärksten ausgesetzt sind, wie namentlich die Curvenscheiben zum Treiben der Nadelstange, auch die schnell laufenden Zahnräder etc. Bei gehöriger Schmierung zeigt sich das Material äußerst dauerhaft, und auch die sich darauf reibenden Metalltheile conserviren sich sehr gut. In einem Falle war ein in gecurvtem Schlitze laufender halbharter stählerner Zapfen mehrere Monate lang gar nicht geschmiert worden, wornach zwar der Zapfen, nicht aber der kautschukne Theil mit dem Schlitze, eine Abnutzung zeigte.

Das günstige Verhalten dieses Materiales in Bezug auf Abnutzung durch Reibung, scheint wohl begreiflich, wenn man bedenkt, wie dieser Stoff eine gewisse Aehnlichkeit |88| mit Lignum sanctum besitzt, das sich z.B. für Spurplatten und Lagerfutter so vorzüglich eignet. Diese Masse ist aber zudem vollkommen homogen, was bei Holz nie der Fall ist.

Noch ist zu erwähnen, daß der gehärtete Kautschuk jede Bearbeitung, wie Feilen, Abdrehen, Gewindeinschneiden von Radzähnen etc. ohne Schwierigkeit bewerkstelligen läßt, und daß nicht jedes Fabricat für die hier in Rede stehenden Zwecke gleich gut brauchbar ist. Der Kautschuk soll nicht allzu hart, sondern noch merklich elastisch seyn, von gleicher Sorte wie sie für Kämme taugt.

Das Rohmaterial wird von den Fabriken in jeder gewünschten Form, z.B. von Platten, Cylindern etc., selbst auch nach Modellen geliefert, und ist in einfachen Formen zu 1 Thlr. 5 Sgr. pro Zollpfund von der Firma: Fonrobert und Reimann in Berlin zu beziehen. (Bayerisches Industrie- und Gewerbeblatt, Mai 1869, S. 158.)

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Herr Klug in Hildburghausen, dessen Nähmaschinen vereinfachten Singer'schen Systemes durch gelungene Construction, gediegene Ausführung und besonders auch durch ihren mäßigen Preis – mit gußeisernem Tisch und verschiedenem Zubehör für specielle Arbeiten beträgt derselbe bei eleganter Ausstattung 36 Thlr. – sich auszeichnen und alle Empfehlung verdienen.

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