Titel: Neues Verfahren zum Bleichen der Schmuckfedern; von Viol und Duflot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 11 (S. 95)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi01_10

Neues Verfahren zum Bleichen der Schmuckfedern; von Viol und Duflot.

Dieses Verfahren ist vollkommen neu und gestattet sogar schwarze Strauß- und Geierfedern zu bleichen und ihnen dadurch einen viel höheren Preis zu geben.

Das Verfahren ist folgendes. Man läßt die Federn 3-4 Stunden lang in einer lauwarmen verdünnten Auflösung von doppelt-chromsaurem Kali, welcher man eine geringe Quantität Salpetersäure zugefügt hat.

Nach dieser Zeit haben die Federn eine grünliche Färbung angenommen. Die Ursache derselben ist, daß die Federn in Folge der Zersetzung der freien Chromsäure – welche durch die Einwirkung von Salpetersäure auf das Chromsalz entsteht – und der Einwirkung des dabei frei werdenden Sauerstoffes gebleicht werden. Das gleichzeitig aus der Chromsäure bei der Reduction entstehende Chromoxyd lagert sich aber auf der Feder ab und färbt sie grünlich.

Um das niedergeschlagene Chromoxyd fortzunehmen, bringt man die Federn in eine verdünnte Auflösung von schwefliger Säure. Diese nimmt das Chromoxyd vollkommen fort, indem sich schwefelsaures Chromoxydul bildet. Die Federn werden in Folge dieser Behandlung vollkommen weiß und können nun als weiße Federn direct Verwendung finden oder in jeder beliebigen Farbe gefärbt werden.

Zu beachten ist noch, daß man die angewendete Lösung von chromsaurem Kali nicht zu stark ansetze und ebenso nicht zu viel Salpetersäure zufüge. Besonders mit dem Zusatz der letzteren muß man sehr vorsichtig seyn. Am besten verwendet man eine Salpetersäure, welche weder raucht noch gelb ist, denn eine solche enthält salpetrige Säure und könnte schädlich (gelb färbend) auf die Federn einwirken. Besonders die Fahnen der Federn müssen sehr schonend behandelt werden. (Nach dem Moniteur de la teinture; Musterzeitung für Färberei etc., 1869, Nr. 11.)

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