Titel: Versuche in Betreff der Explosionsgefahr beim Transport von Zündhütchen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1869, Band 193/Miszelle 7 (S. 92)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj193/mi193mi01_7

Versuche in Betreff der Explosionsgefahr beim Transport von Zündhütchen.

Nachdem unsere Eisenbahn- und in letzter Zeit der Beförderung von Zündhütchen vielfach Schwierigkeiten in den Weg gelegt hatten, satz die Handelskammer von Birmingham sich veranlaßt die Nichtigkeit des erhobenen Einwandes der Explosionsgefährlichkeit durch eine Reihe von Experimenten darzuthun. Im Ganzen wurden neun Versuche angestellt, welche die bei denselben anwesenden Vertreter der Regierung, der Versicherungs- und Eisenbahngesellschaften vollständig befriedigten. So wurden unter Anderem 50,000 Zündhütchen in der gewöhnlichen Verpackung, einer Holzkiste, in einen Schmelzofen geworfen: das Holz brannte allmählich weg, aber nicht die geringste Explosion erfolgte. Dann wurden Papierpackete mit je 5000 Stück Zündhütchen unter eine Eisenmasse von 1 Centner Gewicht gebracht und letztere aus einer Höhe von 12 Fuß auf dieselben fallen gelassen; aber auch hier fand keine Explosion statt, obwohl die Zündhütchen des einen Packetes in Baumwolle verpackt waren, und obwohl sie sämmtlich platt geschlagen wurden. Das letzte Experiment bestand darin, daß zwei hölzerne Packkisten mit je 50,000 Stück Zündhütchen an dem Buffer einer Locomotive befestigt wurden, und daß die Locomotive mit einer Schnelligkeit von 12 englischen Meilen per Stunde gegen einige Güterwagen anfuhr Die Kisten wurden vollständig zertrümmert, die Zündhütchen flogen nach allen Richtungen auseinander, aber nur einzelne explodirten. Das Ergebniß der Versuche wurde, wie gesagt, als ein vollkommener Beweis für die Nichtexplodirungsfähigkeit von Zündhütchen angesehen, wenn sie in Massen aufeinander gepackt sind. (Augsburger Allgemeine Zeitung.)

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